Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren 23-jähriger Ratsherr in Hambühren: Zwiespältige Erfahrungen in Lokalpolitik
Celler Land Hambühren 23-jähriger Ratsherr in Hambühren: Zwiespältige Erfahrungen in Lokalpolitik
16:57 07.07.2017
Von Simon Ziegler
BildunterschriftBildunterschrift Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hambühren

HAMBÜHREN. Vor acht Monaten ist er nach der letzten Kommunalwahl in die Vertretung eingezogen, zuvor hatte er Politikwissenschaften studiert. "Jetzt trifft die Theorie auf die Realität", sagt er. An 21 Sitzungen hat er seitdem teilgenommen. Lokalpolitik ist ein zeitlich aufreibendes Ehrenamt.

Torben Brandts Erfahrungen sind zwiespältig. "Ich dachte, dass auf der niedrigsten Ebene der Politik viel mehr der Dialog gesucht wird. Das ist aber nicht so", berichtet er. Letztendlich hätten doch alle das gleiche Ziel, den Ort voranzubringen. Doch mitunter wird sich beharkt. Beispiel: Letztlich war eine Fraktion unzufrieden, wie mit einem Antrag umgegangen wurde. "Anstatt das Gespräch zu suchen, wurde die Kommunalaufsicht eingeschaltet", berichtet Brandt, der sich ein besseres Miteinander wünscht – wohlwissend, dass es noch viel streitlustigere Gemeinderäte als den in Hambühren gibt.

Lernen musste Torben Brandt auch, dass Kommunal- und Berufspolitiker oft in einen Topf geschmissen werden. Dass sie viel Geld hätten und abgehoben seien. Als vor ein paar Monaten die FDP den Antrag gestellt hatte, das Strandbad in Ovelgönne zu schließen, gab es heftige Reaktionen aus der Bevölkerung. So wurde in sozialen Medien den Ratspolitikern vorgeworfen, sie bräuchten das Strandbad ja nicht, weil "sie alle einen dicken Pool im Garten" hätten. Oder anderes Beispiel: Es wurde über eine Fußgängerampel auf der Ostlandstraße nachgedacht. Doch das konnte die Gemeinde Hambühren nicht entscheiden, Verkehrsbehörde ist der Landkreis Celle. Der war der Meinung, dass es keine Ampel braucht. Und Torben Brandt wurde vorgehalten, es müsste wohl erst seinen eigenen Kindern etwas passieren, bevor er sich für eine Ampel einsetze.

Der Jungpolitiker hat sich schon immer engagiert. 2008, er war gerade 14 Jahre alt, hatte er die Gemeinde Hambühren in einem TV-Format bei Sat1 für die Reihe "Schönstes Dorf Niedersachsens". Der Sender berichtet ausführlich aus der Gemeinde. Mehr als 500 Bürger feierten, als Hambühren zum schönsten Dorf des Landes erklärt wurde. 2013 fuhr er mit einem Freund im Kajak von Celle nach Hamburg zum Kirchentag – es war eine Spendentour für ein Kenia-Projekt.

Auch wenn er als Hambührener Ratsherr ein paar weniger schöne Erfahrungen gemacht hat, bereut hat er seine Kandidatur auf keinen Fall. "Es macht Spaß. Meine Stimme wird gehört. In der Fraktion und im Rat", sagt Torben Brandt. Außerdem fühlt er sich der Jugend in Hambühren verpflichtet. Gemeinsam mit dem etwa gleichalten Felix Kummerow (Grüne) sehe er sich in der Verantwortung, sich um die Themen der Jugend zu kümmern, zum Beispiel Jugendarbeit oder Ausstattung von Kitas und Schulen.

Torben Brandt berichtet auf einem Blog im Internet von seiner Arbeit als Lokalpolitiker. Unter www.torbenbrandt.com kann man sein Engagement für die Gemeinde mitverfolgen.