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Hambühren Doch kein Ärztehaus in Hambühren?
Celler Land Hambühren Doch kein Ärztehaus in Hambühren?
18:30 20.11.2014
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. Die Pläne zum Ärztehaus in Hambühren drohen zum zweiten Mal zu platzen. Nachdem sich im Jahr 2013 das Gesundheitszentrum neben der Antares-Apotheke von Jens Woost nicht wie gewünscht umsetzen ließ, sieht es jetzt so aus, als würde auch das von der Celler Immobilienfirma Gessner und Raap geplante Ärztehaus an der Ostlandstraße nicht realisiert werden. Grund: Der Allgemeinmediziner Dr. Maximilian Landgraff will nicht mehr in das Gebäude ziehen.

Dafür seien wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend, erklärte er auf CZ-Nachfrage. Der Neubau werde teuer, er als Nutzer müsse Miete zahlen und seine Praxis dort einrichten. „Wir werden dort nicht einziehen“, stellte Landgraff unmissverständlich klar, der mit seiner Frau, Dr. Antje Landgraff, und dem Facharzt für Innere Medizin, Tobias Schlüter, eine Praxis in der Nähe des Hambührener Einkaufszentrums hat. Diese soll jetzt ausgebaut werden. Nach Angaben von Landgraff bleibe der Allgemeinmediziner Thorsten Knigge in Ovelgönne.

Landgraff macht keinen Hehl daraus, dass er es von der Gemeinde nicht richtig fand, zu einem Zeitpunkt zu einer Informationsveranstaltung einzuladen, zu dem noch nicht alle Fragen beantwortet gewesen seien. Er habe jedenfalls keine Verträge unterschrieben. Der Termin der Infoveranstaltung in der Manfred-Holz-Grundschule in der vergangenen Woche soll nicht mit ihm abgestimmt gewesen sein.

Sven Raap, Geschäftsführer des Investors, reagierte erbost auf die Absage der Ärzte. „Schön, dass man vor Baubeginn erfährt, wie Vertragspartner agieren“, ätzte er. „Wir werden jetzt den Schaden ermitteln und ihn dann gegenüber Herrn Landgraff geltend machen“, kündigte Raap an. So lasse er nicht mit sich umgehen. Gessner und Raap wollte rund 3,5 Millionen Euro investieren.

Bürgermeister Thomas Herbst erfuhr am Donnerstagvormittag von der CZ, dass das Projekt vor dem Aus steht. „Das ist eine Hiobsbotschaft“, sagte er. Es sei trotzdem richtig gewesen, dass die Gemeinde zu der Infoveranstaltung eingeladen habe. Die Politik in Hambühren habe dies verlangt. „Mein Stand war, dass die Verhandlungen zwischen Raap und der Ärzteschaft so gut wie abgeschlossen waren. Das ist recht unglücklich gelaufen“, so der Bürgermeister.

Während Sven Raap erklärte, sich noch keine Gedanken gemacht zu haben, ob das Ärztehaus trotzdem gebaut wird, glaubt Herbst nicht mehr an das Projekt. „Das macht in meinen Augen keinen Sinn“, erklärte er. Schließlich ist es nicht leicht, Ärzte in die Provinz zu locken – zumal ein paar hundert Meter weiter eine große Praxis mit festem Patientenstamm vorhanden ist. Auch Landgraff selbst geht nicht davon aus, dass das Gebäude gebaut wird: „Aus meiner Sicht gibt es keine potenziellen Mieter.“

Bei allem Ärger bleibt zumindest eine gute Nachricht für die Bevölkerung: Auch wenn das Ärztehaus nicht gebaut werden sollte, ändert sich an der Zahl der in Hambühren praktizierenden Ärzte nichts. Die medizinische Versorgung bleibt also gesichert.