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Hambühren Dorferneuerung in Hambühren sorgt für Ärger
Celler Land Hambühren Dorferneuerung in Hambühren sorgt für Ärger
16:20 27.03.2015
Von Simon Ziegler
Bis Ende April sollen die Arbeiten, hier mit Manfred Hoschke, am Dorfplatz in Hambühren I beendet sein.  Quelle: Anne Friesenborg
Hambühren

HAMBÜHREN. Knapp 300.000 Euro hat die Verschönerung des Platzes gekostet. Hofzufahrten wurden hergestellt, Parkplätze sind entstanden. Jetzt sollen in dem idyllischen Dorf noch Pflanzen angelegt werden.

Obwohl alle Entscheidungen längst getroffen sind, beschäftigt der Dorfplatz wieder die Hambührener Politik. Hans-Günter Deuschle von den Grünen hat in der Dokumentation zur Dorferneuerung eine Passage gefunden, die ihn mächtig aufregt. Dort steht: „Eine neue Qualität bekamen die Gespräche und Diskussionen um die künftige Gestalt des Dorfplatzes durch verschiedene Meinungsmacher von außen, die ihre persönlichen oder von Lobbyinteressen getragenen Auffassungen öffentlichkeitswirksam platzierten. Das geschah auf ganz unterschiedliche Weise und unterlief perfide den im Arbeitskreis gefundenen Konsens."

Deuschle fordert, dass diese Passage geändert wird. "Was soll an kritischen Nachfragen 'perfide' sein? Welches Demokratieverständnis liegt dieser Aussage zu Grunde?", fragt er.

Doch die Dokumentation, die schon im Oktober 2013 erstellt wurde, ist von den gemeindlichen Gremien abgesegnet worden. Bürgermeister Thomas Herbst stehe hinter der Stellungnahme, sagte er der CZ.

Für das Schreiben verantwortlich ist Michael Schmidt vom Amtshof Eicklingen. Er erinnert daran, dass ein Landtagskandidat im Wahlkampf auf das Thema aufgesprungen sei, ohne mit irgendjemandem vom Arbeitskreis oder der Gemeinde zu reden. Es ging um das umstrittene Fällen von Bäumen. Dann hatte der Nabu den neuen Agrarminister Christian Meyer (Grüne) kontaktiert, der für die Dorferneuerung zuständig ist. Als sogar das Ministerium auf die Pläne aufmerksam wurden, habe es in Hambühren eine "große Verunsicherung" gegeben.

"Kritisches Nachfragen ist natürlich nicht perfide", stellt Schmidt klar. Er sagt, dass er den Text heute in dieser Wortwahl nicht mehr schreiben würde. Verstehen kann er aber nicht, dass Deuschle seine Kritik erst jetzt, rund eineinhalb Jahre später, vorbringt.