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Hambühren Evi Lohmann schließt Tante-Emma-Laden in Oldau für immer zu
Celler Land Hambühren Evi Lohmann schließt Tante-Emma-Laden in Oldau für immer zu
13:12 22.12.2017
Seit 1982 ein in Oldau vertrautes Bild: Evi Lohmann in ihrem Laden am Sandberg. Bei ihr gab es alles, was man für den täglichen Bedarf benötigte. Ende des Jahres wird der kleine Markt geschlossen. Quelle: Kirsten Glatzer
Oldau

Dieser lange Zeitraum bedeutete nämlich auch, 35 Jahre lang keinen Urlaub machen zu können. Und an krankheitsbedingte Ausfälle war ebenfalls nicht zu denken. Stattdessen hieß es von montags bis samstags um 5 Uhr in der Früh aufstehen, um pünktlich den Laden zu öffnen oder sich auf den Weg zu machen, um Ware einzukaufen. Solch kleine Läden, wie der von Evi Lohmann, werden nicht beliefert, da muss man sich selber um Nachschub kümmern.

Bereits Evis Schwiegermutter machte in Gemischtwaren. 1932 eröffnete Mimmi Lohmann ihren Laden, damals allerdings noch an der Hauptstraße. Dort gab es neben Lebensmitteln und Backwaren zum Beispiel auch loses Körnerfutter, denn damals hatte noch jeder Viehzeug. 1977 wurde das Geschäft ins eigene Haus an der Straße Sandberg verlegt, und im Jahr 1982 übernahm dann Eva-Maria Lohmann das Zepter. Bei ihr gab es alles, was man für den täglichen Bedarf benötigte: vom Frühstücksbrötchen über Milchprodukte, Wurst, Obst, Gemüse, Konserven, Reis, Nudeln, Getränke bis hin zu Spirituosen, Süßwaren, Zeitschriften. Wer nicht die Möglichkeit hatte, in eine der umliegenden Ortschaften zum Einkaufen zu fahren, deckte sich bei Evi Lohmann mit allem Wichtigen ein. Und bis zum Schluss war der kleine Laden in mancherlei Hinsicht einzigartig. Wo kann man sich heute sonst noch aus einem breit gefächerten Sortiment „bunte Tüten“ aus Weingummi, Lakritz und anderem leckeren Zuckerzeug zusammenstellen lassen?

„Ich hab’s immer gern gemacht, aber alles hat irgendwann mal ein Ende. Außerdem ist es im Laufe der Jahre immer unrentabler geworden", sagt Evi Lohmann. "Die alten Kunden sind weggestorben, aber auch die Kinder- und Jugendgruppen aus dem Anne-Frank-Haus gegenüber fehlen. Die kamen früher immer, um sich Getränke und Süßigkeiten bei mir zu holen. Es lohnt sich also einfach nicht mehr, und auch meine Gesundheit macht nicht länger mit.“

Eigentlich wollte sie schon im April aufhören, erzählt Evi Lohmann, aber sie ließ sich dann dazu überreden, zumindest noch bis zum Jahresende weiterzumachen. Ihre Kunden haben zwar Verständnis für ihren Entschluss, bedauern es aber trotzdem sehr, dass der kleine Laden nun für immer schließt.

Zum Abschied wird der Schützenverein noch eine zünftige Feier für sie organisieren, und dann geht Evi Lohmann mit 73 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

Von Kirsten Glatzer