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Hambühren FDP will Strandbad Ovelgönne schließen
Celler Land Hambühren FDP will Strandbad Ovelgönne schließen
20:59 29.03.2017
Von Simon Ziegler
Wenn es nach der FDP geht, steht das Strandbad Ovelgönne vor dem Aus. Quelle: Archiv
Hambühren

OVELGÖNNE. Eine detaillierte politische Diskussion dürfte es heute noch nicht geben. Das Gremium wird das Papier vermutlich zur weiteren Beratung in einen Fachausschuss verweisen. Zündstoff birgt der Antrag der Liberalen allemal. Denn das Strandbad ist ein Aushängeschild der Gemeinde. 5000 Besucher sollen im vergangenen Jahr die Erholungsstätte besucht haben.

Doch das Strandbad kostet Geld. Nach Angaben von FDP-Fraktionschef Dieter Sawischlewski fallen jedes Jahr rund 41.000 Euro Betriebskosten an. Vorgesehen war auch, dass der Badebereich in diesem Jahr ausgebaggert werden sollte. 27.000 Euro sollte das kosten. Inzwischen habe die Gemeinde von diesem Vorhaben im Jahr 2017 wieder Abstand genommen, berichtet Sawischlewski – wohl auch, weil der Vertrag mit der Betreiberfirma nach der Saison ausläuft.

Die FDP schlägt vor, dass nach der Schließung des Badebetriebes der östliche Teil des Geländes als Parkmöglichkeit für das Hotel zur Heideblüte genutzt wird. Damit würde die Wirtschaft gefördert, sagt Sawischlewski. Und bei größeren Veranstaltungen in der Heideblüte gäbe es kein Verkehrschaos mehr. Auf dem restlichen Gelände, so will es die FDP, könnten die „abgängigen Gebäude“ abgerissen werden, es gäbe Platz für Wohnbebauung. Der See soll in Absprache mit dem Landkreis Celle sowie den Naturschutzverbänden als Feuchtbiotop eingerichtet werden. Baden wäre dann verboten, der See könnte mit einem Zaun gesichert werden.

Sawischlewski weiß zwar, dass sein Vorschlag kaum auf die Begeisterung der Bevölkerung treffen wird, für die das Strandbad im Sommer eine willkommene Freizeitstätte direkt vor der Haustür ist. Doch der Ratsherr verweist auf die Haushaltslage. In den Jahren 2018 bis 2020 werde Stand heute jedes Jahr ein Defizit von über einer Million Euro erwartet.

„Der Landkreis Celle fordert bis 2020 einen ausgeglichenen Haushalt. Das heißt, wir müssen an den freiwilligen Leistungen sparen“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende. Alternativ müssten die Steuern erhöht werden.

Möglicherweise gäbe es noch eine andere Möglichkeit, um die finanzielle Belastung zu reduzieren: im Strandbad könnte Eintritt verlangt werden. Denn bisher ist das Baden kostenlos. Vor Jahren soll laut Sawischlewski im politischen Raum schon mal darüber gesprochen worden sein, ein paar Euro Eintritt zu nehmen. Die Idee wurde wieder verworfen.

Die Diskussion um das Strandbad dürfte interessant werden, Entscheidungen stehen heute Abend im Gemeinderat aber andere an. So stimmt das Gremium über den Haushalt dieses Jahres ab. Bürgermeister Thomas Herbst gab vorab bekannt, dass es durch höhere Schlüsselzuweisungen und bereits einkalkulierten Verkaufserlösen durch das neue Baugebiet gelungen sei, eine Schwarze Null zu erzielen. Steuererhöhungen sind in diesem Jahr nicht geplant. Gebühren-Erhöhungen für Krippen und Kitas stehen heute nicht auf der Tagesordnung, vom Tisch ist das Thema aber noch nicht. Es werde weitere Gespräche geben, kündigte Herbst an.

Thema im Gemeinderat ist auch das Baugebiet „Nördlich auf dem Kampe“ in Ovelgönne. Es geht darum, nach langen Diskussionen den Grundstückspreis festzulegen. CDU und SPD hatten sich zuletzt auf einen Preis von 88 Euro geeinigt.

Die öffentliche Sitzung des Gemeinderates beginnt heute um 19 Uhr in Lüßmanns Hof.