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Hambühren Fusion mit Celle: Viel Skepsis in Hambühren
Celler Land Hambühren Fusion mit Celle: Viel Skepsis in Hambühren
15:38 30.12.2013
Von Simon Ziegler
Die große Stadt rollt dem kleinen Dorf den Roten Teppich aus. Nur: Wollen die Hambührener auch ein Teil von Celle werden? Quelle: Ulrich Frassl
Hambühren

HAMBÜHREN. Überwiegend skeptisch, aber durchaus gesprächsbereit haben sich Politiker des Hambührener Gemeinderates zu einer möglichen Fusion von Celle und Hambühren geäußert. „Ich will mich dem nicht entgegen stemmen, als Hambührener sehe ich eine Fusion aber kritisch“, sagte Bürgermeister Thomas Herbst. Denn es bestehe die Gefahr, dass Hambühren mit drei oder vier Leuten im Celler Stadtrat „politisch nicht mehr stattfindet“.

Das Treffen bei Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende Ende November sei nicht mehr als ein erstes Sondierungsgepräch gewesen. Ein möglicher Zusammenschluss beider Kommunen sei ein langer Findungsprozess, man müsse Vor- und Nachteile abwägen. „Es geht darum, die Bürger mitzunehmen. Ich möchte das nicht über den Kopf der Hambührener entscheiden“, sagte Herbst. Gleichwohl seien ihm in ersten Reaktionen von Bürgern ausschließlich Bedenken entgegengebracht worden.

Nach seinen Eindrücken überwiege in der CDU-Fraktion die Skepsis, erklärte Thomas Adasch. „Fusionen gehen nur dann, wenn die Bevölkerung mitmacht und dahintersteht“, kommentierte er allgemein die Hochzeit zweier Kommunen. In Hambühren sei ein selbstbewusster Ort entstanden, sagte FDP-Fraktionschef Dietrich Salzwedel. Es müssten daher schon sehr lukrative Gründe vorliegen, um sich der Stadt Celle anzuschließen. „Die Millionen, die in Aussicht gestellt wurden, haben wir noch nicht“, meinte Salzwedel mit Blick auf die höheren Schlüsselzuweisungen des Landes. „Ob sich die Mehrheit der Bevölkerung in Hambühren überzeugen lässt, eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber materiellen Vorteilen aufzugeben, das glaube ich nicht“, so Salzwedel.

Noch klarer positionierte sich Hans-Günter Siewerin von der Unabhängigen Fortschrittlichen Offensive (UFO). „Wir lehnen die Fusion kategorisch ab. Wir können keine Vorteile für Hambühren erkennen. Wenn, dann geht das nur mit einer Einbindung der Bevölkerung. Es muss mit den Bürgern diskutiert werden“, sagte Siewerin. Auf seiner Internetseite schreibt UFO: „Hambühren ist ein attraktiver Gewerbe- und Wohnstandort, der weiterhin von den Bürgern aus Hambühren gestaltet werden sollte." Die starke und selbständige Gemeinde habe "keine Fusion mit der Stadt Celle nötig.“

Die SPD verweist auf ihrer Homepage darauf, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidungen gefallen sind. „Wir lehnen eine Fusion nicht kategorisch ab, ohne uns zuvor Klarheit über das Für und Wider verschafft zu haben. Eine Fusion von öffentlich-rechtlichen Verwaltungseinheiten ist noch nie das Ende der Geschichte einer Heimat gewesen“, heißt es dort. Der Hambührener SPD-Chef Andreas Ludwig verwies gegenüber der CZ darauf, dass Fusionen derzeit vom Land gut unterstützt würden. Gleichwohl sei er als „alter Ovelgönner“ auch skeptisch. Jedenfalls dürfe es nicht so sein, dass es am Ende einen großen Gewinner gebe.

„Reden kann man über alles“, erklärte Hans-Günter Deuschle von den Grünen. Seine Partei gehe in die Gespräche „kritisch und ergebnisoffen“. Eine Angliederung an Celle müsse für die Gemeinde Sinn machen. „Ein kleiner Ortsrat für Hambühren kann es jedenfalls nicht sein, die haben in Wirklichkeit nichts zu sagen.“

Bürgermeister Herbst geht davon aus, dass jetzt der Ball bei der Gemeinde Hambühren liegt. Wann der Ball ins Celler Feld zurückgespielt wird, könne er nicht sagen. Zeitlichen Druck werde er nicht aufbauen.