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Hambühren Ganztagsschule auf den Weg gebracht
Celler Land Hambühren Ganztagsschule auf den Weg gebracht
16:25 16.03.2012
Von Christopher Menge
Hambühren

HAMBÜHREN. Im Herbst wird an die Grundschulen in Oldau und Hambühren angebaut, Ganztagsbetreuung ist das Ziel. Irgendwann vor einigen Jahren gehörten die Hambührener zu den Ersten, die eine Ganztagsschule einführen wollten. Nun gehören sie zu den Letzten, die das auch umsetzen. Wird der Haushalt genehmigt, ist der Weg frei.

„Es liegt an den Kosten“, sagte der Erste Kreisrat Dirk Seidler. „Das ist kein so billiges Unterfangen.“ Immerhin kommt Hambühren nun deutlich günstiger weg, als ursprünglich gedacht: Mit fünf Millionen Euro hatte man zu planen angefangen, berichtet Bürgermeister Thomas Herbst. Im Januar standen 3,9 Millionen Euro auf der Kostenschätzung, der Rat beschloss in der vergangenen Woche Haushaltsmittel von 3,15 Millionen Euro, verteilt auf dieses Jahr und das kommende. Dazu kommen nach Seidlers Schätzung noch einmal 300.000 Euro für die Einrichtung.

„Der Kernpunkt ist die Mensa, aber auch die Fachräume sind ganz wichtig“, sagte Thomas Friemel, Schulleiter der Grundschule Oldau, und hofft, dass das Konzept auch die letzte Hürde nimmt. In der Grundschule sollen ein Werk- und ein Computerraum sowie eine Lehrküche entstehen. Die Aula soll als Musikraum genutzt werden. „Zudem ist ein neuer Verwaltungstrakt geplant“, sagte Friemel. Aus den alten, dezentralen Verwaltungsräumen sollen Stammräume für die ersten Klassen entstehen. „Das Raumkonzept an der Manfred Holz Grundschule in Hambühren ist damit vergleichbar“, sagte Seidler. Neben einer Mensa soll auch in Hambühren ein Werkraum geschaffen werden.

Dabei werden nicht alle Wünsche erfüllt: „Die Pläne sind ein Kompromiss zwischen den Kosten und der Nutzung“, sagte Ratsherr Andreas Ludwig (SPD) vor der Entscheidung. Die FDP-Fraktion lehnte die Schulpläne ab, zu teuer seien die Entwürfe, zu wenig sei sich mit Einsparungen beschäftigt worden, bemängelte Dietrich Salzwedel. Am Ende trugen CDU, SPD und Grüne den Vorschlag, UFO hielt sich raus.

„Unser Konzept ist dennoch nicht mit heißer Nadel gestrickt“, betont Friemel, „Es ist so erstellt, dass es für einen langen Zeitraum tragbar ist.“ Schließlich sei in der Gemeinde Hambühren entgegen des demografischen Wandels die Geburtenrate gestiegen.

Die Nachmittagsbetreuung wird die Gemeinde ausschreiben, Honorarkräfte unter dem Dach der Verwaltung sind nicht geplant. „Es gibt einige Anbieter“, sagte Seidler vage. Die Gemeinde wartet derzeit noch Gespräche mit den Schulen ab. „Wer eingestellt wird, muss noch erarbeitet werden“, so Friemel, „Wichtig ist, dass es keine ständigen Wechsel der Betreuungskräfte gibt und dass fachbezogene Arbeitsgemeinschaften wie eine Koch-AG angeboten werden.“

Optimistisch ist Seidler in Bezug auf die laufenden Kosten der Ganztagsschule. Zwar befürchtet er, dass die ersten Jahre mindestens 200.000 Euro bis hin zu 350.000 Euro kosten werden. Vom Land gibt es dafür so gut wie keine Zuschüsse. Seidler erwartet jedoch, dass die Kommunen in einigen Jahren verpflichtet werden, Ganztagsbetreuung anzubieten. „Das Land müsste dann zuzahlen.“ Grund für diese Annahme ist die Erfahrung mit den Krippen, auch sie waren zunächst freiwillig.