Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren Gemeinde Hambühren und Landkreis informieren über Flüchtlingssituation
Celler Land Hambühren Gemeinde Hambühren und Landkreis informieren über Flüchtlingssituation
20:40 19.04.2016
Von Christopher Menge
Etwa 150 Hambührener informierten sich in einer sachlichen Atmosphäre über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Gemeinde. Quelle: Christopher Menge
Hambühren

„Die dezentrale Unterbringung hat uns sehr geholfen“, sagte Hambührens Bürgermeister Thomas Herbst, „die Asylbewerber leben in gemeindeeigenen oder angemieteten Häusern.“ 148 Asylbewerber seien derzeit in der Gemeinde Hambühren untergebracht, davon 14 Familien mit insgesamt 40 Kindern, 72 alleinstehende Männer und fünf Ehepaare. Bis Ende Juli 2016 muss die Gemeinde Hambühren noch 16 weitere Flüchtlinge aufnehmen. „Für die Zeit danach können wir die Zahlen nicht voraussagen, aber wir müssen davon ausgehen, dass wir genauso viele Flüchtlinge aufnehmen müssen wie im vergangenen Jahr“, sagte Herbst. 103 Asylbewerber wurden der Gemeinde im Jahr 2015 zugewiesen, in diesem Jahr kamen bisher 26.

Herbst betonte, dass die Gemeinde auch weiterhin keine Gemeinschaftsunterkünfte plane. „Von einer Unterbringung im Landschulheim wurde abgesehen“, sagte Herbst. Das hörte Klaus Wiswe gerne. Der Landrat stellte das Konzept des Landkreises vor, das ebenfalls eine dezentrale Unterbringung vorsieht. „Der Kontakt mit der Bevölkerung ist wichtig“, so Wiswe, der berichtete, dass derzeit 60 Flüchtlinge pro Woche auf die Gemeinden im Landkreis Celle verteilt werden. „Die Anzahl richtet sich nach der Einwohnerzahl“, sagte Wiswe. Der Landrat fand deutliche Worte für Flüchtlinge, die sich nicht an die Gesetze halten wollen. „Wer die Spielregeln nicht einhalten will, hat hier nichts verloren“, so Wiswe.

Der überwiegende Teil der Flüchtlinge hält sich aber an diese Regeln, wie Jochen Rodenwaldt von der Polizei Celle anhand einiger Zahlen belegte. „Nur 0,46 Prozent aller Straftaten werden von Flüchtlingen begangen“, sagte Rodenwaldt. Dabei handele es sich in erster Linie um Körperverletzungen untereinander und Ladendiebstähle. „Wir haben keine Straftaten wegen Raubes oder sexueller Übergriffe“, betonte Rodenwaldt auf Nachfrage eines Zuhörers, dessen 89-jährige Mutter Angst vor Übergriffen habe. „Die Fakten sprechen dagegen“, so der Polizist. Insgesamt habe es im vergangenen halben Jahr sechs Straftaten von Flüchtlingen in Hambühren gegeben.

Die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Jessica Illmann, stellte in ihrer Präsentation eine Reihe von Angeboten vor, die den Flüchtlingen geboten werden, um eine schnelle Integration zu gewährleisten. Dabei gilt eins: „Ohne die Ehrenamtlichen wie zum Beispiel den Fahrrad-Doktor, die Sprachlehrer oder Familienbetreuer würde Hambühren anders dastehen“, so Illmann. Die Zuhörer applaudierten.