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Hambühren Hambühren: Ex-Ortsverbandschef Siewerin tritt aus Partei aus
Celler Land Hambühren Hambühren: Ex-Ortsverbandschef Siewerin tritt aus Partei aus
17:59 03.06.2011
Von Simon Ziegler
CDU-Mitgliederversammlung Quelle: nicht zugewiesen
Hambühren

HAMBÜHREN. Wenige Tage nach der für die CDU verlorenen Bürgermeisterwahl in Hambühren gibt es Ärger in der Partei. Hans-Günther Siewerin, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und bis im vergangenen Jahr Vorsitzender des Ortsverbandes, hat erklärt, aus der Partei auszutreten. Zuvor hatte er bereits den Fraktionsvorsitz niedergelegt. „Die Gemeinsamkeiten haben sich aufgebraucht“, sagte Siewerin der CZ.

Hintergrund seiner Äußerungen ist die Kandidatenaufstellung der Hambührener CDU für die Kommunalwahlen am 11. September. „Ich konnte mich nicht mit dem Vorstand und der Fraktion auf einen guten Listenplatz einigen. Daraus habe ich meine Konsequenzen gezogen“, sagte Siewerin. Die CDU habe ihn nur auf den vierten Listenplatz aufstellen wollen. Er selbst strebte einen der ersten beiden Plätze an, die aber vom Landtagsabgeordneten Thomas Adasch und der Siewerin-Nachfolgerin als Parteichefin, Barbara Kolkmeier, besetzt werden.

Dagegen wollte Kolkmeier von Streit in der Partei nichts wissen. Siewerin habe lediglich mitgeteilt, dass er nicht wieder antreten wolle. Es habe Einigkeit in der Partei über die Listenplätze gegeben. Die Kandidatenaufstellung fand am 20. Mai statt, also vor der verlorenen Stichwahl. Die Entfremdung zwischen Siewerin und CDU hat aber tiefere Ursachen. Der frühere Parteivorsitzende, der bislang auch stellvertretender Bürgermeister von Hambühren ist, hätte sich nämlich gewünscht, dass er und nicht der am vergangenen Sonntag unterlegene Dirk Seidler als CDU-Bürgermeisterkandidat aufgestellt worden wäre. An Spekulationen, ob er bessere Chancen als der Verwaltungsvize Seidler gehabt hätte, wollte sich Siewerin nicht beteiligen. Aber: „Ich glaube schon, dass ich in meiner Position als stellvertretender Bürgermeister und in meiner Qualifikation als Leiter der Verwaltung der Bundespolizeidirektion Hannover Einiges in die Waagschale hätte werfen können“, sagte Siewerin. Adasch habe ihm hingegen gesagt, dass mit ihm keine Bürgermeisterwahl zu gewinnen sei, so der Jurist.

Als Kritik am künftigen Bürgermeister Thomas Herbst wollte Siewerin seine Äußerungen nicht verstanden wissen. Er gehe davon aus, dass Herbst die Arbeit nach einer gewissen Einarbeitungszeit meistern werde.

Unterdessen hat Adasch Gerüchte zurückgewiesen, er habe mit seiner eigenen Kandidatur für das Bürgermeisteramt gedroht, um Seidler zu zwingen, für die CDU anzutreten. „Das ist völliger Blödsinn. Es wird zur Zeit in Hambühren viel kolportiert“, sagte Adasch. Seidler war als Bewerber auch für SPD und FDP im Gespräch, bevor er sich im vergangenen Jahr überraschend für die CDU entschied. Er hatte das damit begründet, dass er eine Hausmacht als Bürgermeister brauche. Die Entscheidung hatte erst dazu geführt, dass die SPD Gabriele Wehrhahn nominiert hatte.

Folgende CDU-Kandidaten bewerben sich für einen Sitz im Gemeinderat: Thomas Adasch, Barbara Kolkmeier, Bernd Emmerich, Christa Ostermann, Peter Witting, Ralf Klapper, Bernhard Selke, Georg Stettner, Hans-Jürgen Meine, Reiner Dralle, Edmund Hoffmann, Evelin Stubbenhagen, Enriko Herbst, Torben Müller, Harald Michael und Jochen Jönsson.