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Hambühren Hambühren wehrt sich gegen Schulgutachten
Celler Land Hambühren Hambühren wehrt sich gegen Schulgutachten
17:25 22.06.2011
Pressekonferenz Schulen Hambühren (@Tore: Bitte Vornamen ergänzen) - v.l.n.r.: Niels Jürgensen, Ralf Rainer Volz, Bernhard Selke, Andreas Ludwigs und Rüdiger Harries Quelle: Ralf Taschke
Hambühren

HAMBÜHREN. Die Grundschulen in Hambühren seien Sanierungsfälle, eine Zusammenlegung im neuen Gebäude der bisherigen Haupt- und Realschule sinnvoll. Diese könnte geschlossen werden. So steht es im Schulgutachten für den Landkreis Celle. Diese Aussage hat in Hambühren bei Verwaltung, Politik und Schulleitung für große Verärgerung gesorgt.

„Der Gutachter hat sich die Schule eine Stunde angeschaut und ist kein Bausachverständiger. Es kann nicht angehen, dass er solche schwerwiegenden Empfehlungen gibt, ohne mit uns Rücksprache zu halten“, sagt Bauamtsleiter Niels Jürgensen. Zudem seien da wohl zwei Sachen vermengt worden. Das eine seien Investitionen für die Einführung von Ganztagsgrundschulen, das andere notwendige Bauunterhaltung. „Die Gebäude sind im Vergleich zu anderen Gemeinde gut unterhalten“, sagt Jürgensen.

Bürgermeister Rüdiger Harries kann sich nicht vorstellen, diese Grundschulen aufzugeben. „Wir wollen eine wohnortnahe Beschulung beibehalten und damit das Konzept kinderfreundliche Gemeinde fortsetzen.“, sagt Harries. Er hat die Politik hinter sich. „Wir werden in der kommenden Ratssitzung den Ausbau der Grundschulen zu Ganztagseinrichtungen beschließen“, kündigte der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Rainer Volz an und weiß sich einig mit der CDU, die bei der Pressekonferenz durch Schulausschussmitglied Bernhard Selke vertreten wurden. Sollte die Grundschulen aber nicht in die jetzigen Räume der Haupt- und Realschule umziehen, hätte der Landkreis eine leerstehende Immobilie.

Darüber hinaus sieht Hambühren aber weitere Argumente. So könnte die Schule nicht eins zu eins von Grundschulen übernommen werden. „Der sanierte Trakt ist für ältere Schüler vorgesehen und müsste aufwendig umgebaut werden“, sagt Harries. Zudem sei die Gemeinde eine der wenigen, die im Gegensatz zu anderen ein Wachstum bei der Bevölkerungszahl verbuchen kann. Die Aussage des Gutachters, die Haupt- und Realschule müsste um die Zweizügigkeit kämpfen, ist aus Sicht der Hambührener ebenfalls nicht richtig. Sie berufen sich dabei auf ein Schreiben des Landkreises aus 2009. Darin heißt es laut Gemeinde, dass bei einem Ganztagsangebot mit einer Hauptschul- und zwei Realschulklassen zu rechnen sei. Gemeinde und Politik will jetzt zunächst noch einmal mit der Schulleitung sprechen. Das Ziel aber ist klar: Hambühren will eine Oberschule. Und: Ein Schließung der Haupt- und Realschule kommt für Politik und Verwaltung nicht in Frage.

Von Tore Harmening