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Hambühren Hambührener Jugend ohne Jugendpfleger
Celler Land Hambühren Hambührener Jugend ohne Jugendpfleger
16:15 02.06.2017
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. Das Konzept entwickelt Gianna Rieb. Die 33-Jährige hat als Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde die Diskussionen um die künftige Jugendarbeit mitbekommen. Rieb studiert Sozialpädagogik und Management und bot im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an, einen Plan zu erarbeiten, wie die künftige Jugendarbeit in Hambühren aussehen könnte.

Zunächst will sie die unterschiedlichen Interessengruppen wie Jugendamt, Politik und Jugendliche befragen. Dazu will sie Fragebögen entwickeln. „Es geht nicht darum, was ich für richtig halte“, betont sie. Wichtig sei, was die einzelnen Akteure für Wünsche hätten. Mit den Ergebnissen soll der Gemeinde ein Konzept quasi auf den Leib geschneidert werden. Es könnte stärker als bisher in Richtung Projektarbeit zu einzelnen Themen wie Internet, sportliche Events oder Sexualaufklärung gehen, sagt sie. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Welche Rolle der Jugendtreff Ruine spielen wird, ist auch noch völlig offen. Rieb will ihr Konzept bis zum 1. Juni 2018 vorlegen.

Seit dem 1. April hat die Gemeinde Hambühren keinen Jugendpfleger mehr, weil Knut Weinreich seine Tätigkeit beendet hat. Er war mehr als 20 Jahre Jugendpfleger in Hambühren. Seit März ist bereits die Ruine geschlossen. Weinreich war der Leiter des Jugendtreffs.

Bürgermeister Thomas Herbst sagt, dass die Besucherzahlen im Jugendtreff zuletzt zurückgegangen seien. Die Jugendarbeit habe sich erheblich verändert, sagt Herbst und nennt die Stichworte „Internet“ und „Ganztagsschulen“. Das bisherige Konzept der Gemeinde sei veraltet, neue Impulse nötig. „Wir wollen uns in der Jugendarbeit konzeptionell neu aufstellen“, sagt der Hambührener Verwaltungschef. Von Riebs Analyse „verspreche ich mir ganz viel“, so Herbst.

Die Ruine war viele Jahre Treffpunkt der Hambührener Jugend. Vor allem 12- bis 16-Jährige kamen. Sie konnten Billard spielen, manchmal gab es Gitarrenunterricht, es fanden Ferienpass-Aktionen statt. Bekannt war die Ruine auch als Veranstaltungsort der Hambührener Rocknacht. Viele Bands aus der Region sind dort aufgetreten.

Was aus der Ruine werden soll, weiß auch Herbst nicht. Gianna Rieb habe keine Vorgaben der Gemeinde erhalten, sie sei beim Erstellen ihres Konzepts völlig unabhängig, betont der Bürgermeister. An den Ferienpassaktionen wird die Gemeinde auch ohne Jugendpfleger festhalten.

Wie es derzeit aussieht, wird in Hambühren wohl frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2018 das neue Konzept umgesetzt. Bis dahin gibt es wohl keinen Jugendpfleger. Die Gemeinde Wietze geht einen ganz anderen Weg. Dort wurde kürzlich entschieden, dass ein zweiter Jugendpfleger eingestellt wird. Einer allein könne die vielen Aufgaben nicht mehr bewältigen, hieß es zur Begründung.