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Hambühren Hambührener Politik vertagt Abstimmung zum Waldkindergarten
Celler Land Hambühren Hambührener Politik vertagt Abstimmung zum Waldkindergarten
18:00 18.10.2017
Von Simon Ziegler
Der Waldkindergarten in Ovelgönne wird wohl mindestens ein Jahr länger offen bleiben. Quelle: Michael Schäfer
Hambühren

HAMBÜHREN. Die Beratung der Politik verfolgten am Dienstag rund 30 Zuhörer, darunter etliche betroffene Eltern. Sie drückten ihr Unverständnis aus, dass die Verwaltung um Bürgermeister Thomas Herbst vorgeschlagen hatte, den Waldkindergarten zu schließen.

Sozialamtsleiterin Maren Bunge hielt dagegen: Der Landkreis Celle fordere die Gemeinde angesichts der miesen Finanzlage zum Sparen auf. Es würde der gesamte Haushalt nach Einsparpotenzial durchforstet. "Wir haben die Eltern frühzeitig informiert und beantworten alle Fragen. Ich kann nicht erkennen, dass wir uns irgendetwas zuschulden kommen lassen", sagte sie. Die Schließung würde den Haushalt um etwa 30.000 Euro im Jahr entlasten. Das kommt unter anderem daher, dass die Erzieher in Regelgruppen eingesetzt würden, in denen sie sich um 25 und nicht mehr um 15 Kinder wie im Wald kümmern würden.

Den Waldkindergarten besuchen derzeit 14 Kinder; sieben aus Hambühren, sieben aus Nachbargemeinden. Sieben Kinder gehen im Sommer in die Schule, bisher liegen fünf Neuanmeldungen vor. Das bedeutet, dass im kommenden Kita-Jahr – Stand jetzt – zwölf Kinder den Waldkindergarten besuchen. Die Anmeldefrist läuft bis zum 31. Januar.

In der Abstimmung sprachen sich CDU, SPD, Grüne, FDP und AfD dafür aus, die Entscheidung zu vertagen. Hans-Günter Siewerin (UFO) war dagegen. "Sie drücken sich davor, eine Entscheidung zu treffen", warf er seinen Ratskollegen vor. "Der Waldkindergarten hat eine sehr geringe Nachfrage. Man muss sich schon die Frage stellen, ob die Personalkosten aufrecht erhalten werden sollen", sagte er. Der Vorwurf, die Gemeinde würde an Kindern sparen, sei nicht zutreffend. "Wir investieren in Bereiche, die nachgefragt sind, zum Beispiel in die Krippen", so Siewerin.

Die FDP kam zu einem anderen Schluss. "Wir haben unsere Meinung geändert. Die Eltern haben uns überzeugt, dass der Waldkindergarten erhalten bleiben muss", sagte Christiane Jaklin. Von einem "schwierigen Abwägungsprozess" sprach Torben Brandt (SPD): "Die Diskussion ist noch lange nicht beendet. Sie hat gerade erst begonnen."

Die Verwaltung wird nun prüfen, ob es möglich ist, den Waldkindergarten in eine Ganztagsgruppe umzuwandeln. Das ist nicht so einfach, da laut Vorschrift die Kinder nicht den ganzen Tag im Wald sein dürfen. Dazu müssten die "Füchse" an das Haupthaus der Kita in Oldau "angedockt" werden. Das wiederum hätte Investitionen in Oldau und einen Umzug des Bauwagens zur Folge. Die Verwaltung soll dazu Gespräche mit den Waldbesitzern führen. Außerdem wurde vorgeschlagen, dass Tagesmütter am Nachmittag für die Waldkinder eingesetzt werden könnten.