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Hambühren Hambührener Rat lehnt Fusion mit Celle ab
Celler Land Hambühren Hambührener Rat lehnt Fusion mit Celle ab
22:03 30.01.2014
Von Simon Ziegler
Hambühren will eigenständig bleiben. Quelle: Ralf Taschke (Archiv)
Hambühren

HAMBÜHREN. An scharfen Wortbeiträgen hat es in der Ratssitzung in Hambühren nicht gemangelt. Das Vorgehen des Celler Oberbürgermeisters Dirk-Ulrich Mende in Sachen Fusion gleiche einer „feindlichen Übernahme“, sagte Felix Hegmann. Dass der OB eine weiterführende Schule in der Gemeinde in Aussicht gestellt habe, sei „ein Erpressargument“, schimpfte der FDP-Politiker. „Ein Zusammenschluss mit der Stadt Celle ist völlig abwegig“, wetterte Hans-Günter Siewerin. „Das ist keine Fusion, sondern eine Eingemeindung. Wir sind nicht angetreten, um die Gemeinde Hambühren abzuwickeln“, sagte der UFO-Fraktionschef.

Rund 25 Bürger verfolgten die Ratssitzung in der Oldauer Grundschule, einer von ihnen war Dirk Nothdurft aus dem Büro des Celler Oberbürgermeisters. Er wird seinem Chef berichten, dass lediglich die sieben SPD-Abgeordneten für weitere Gespräche mit der Stadt Celle gestimmt haben. Der Rest votierte geschlossen mit den 20 Stimmen von CDU, FDP, Grünen, UFO und dem parteilosen Bürgermeister Thomas Herbst gegen weitere Verhandlungen. Um 19.54 Uhr stand das Ergebnis fest: Celle und Hambühren werden nicht fusionieren.

Damit hat sich Herbst mit seinem Antrag klar durchgesetzt. Er hatte eingangs der Sitzung wie angekündigt den Grundsatzbeschluss zur Abstimmung gestellt, keine weiteren Gespräche in Sachen Fusion zu führen. Er könne die Beweggründe der Stadt Celle verstehen, doch bei der Suche nach Vorteilen für seine Gemeinde sei er nicht fündig geworden, erklärte er. Ein Zusammenschluss mit dem großen Nachbarn würde die Einführung der Straßenreinigungssatzung und höhere Steuern bedeuten. „Ich möchte die Eigenständigkeit Hambührens nicht aufgeben“, sagte Herbst.

Für die CDU erklärte Fraktionschefin Barbara Kolkmeier unmissverständlich, dass keine neuen Gespräche benötigt würden. „Unser Ziel ist es, die Eigenständigkeit zu behalten, dazu brauchen wir keine weiteren Verhandlungen.“ Eine einmalige Entschuldungshilfe und höhere Schlüsselzuweisungen würden bei einer Fusion im hoch verschuldeten Haushalt der Stadt Celle untergehen, glaubt sie. Zudem würde Hambühren als Ort keine Rolle mehr spielen.

Auch Siewerin erklärte, die Schulden der Residenzstadt sprächen klar gegen das Ziel Mendes. Schließlich werde Celle bis zum Jahr 2017 eine Gesamtverschuldung von 345 Millionen Euro angehäuft haben. Und: „Hambühren würde der 14. Ortsteil von Celle werden. Wir wollen das nicht.“

Für die Grünen bekräftigte Hans-Günter Deuschle sein Nein zur Fusion. „Wir sehen keine Vorteile bei einer Übernahme durch Celle“, sagte er. Die Grünen zogen schließlich wegen der klaren Position des Rates ihren Antrag zurück, die Bürger im Mai zur Fusion zu befragen.

Es war an SPD-Fraktionschef Ralf Volz, für neue Gespräche mit Celle zu werben, wenngleich auch gestern kein Sozialdemokrat erklärte, definitiv für eine Fusion zu sein. „Wir wollen eine umfassende und transparente Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen“, sagte Volz. Erst dann könne ernsthaft mit den Bürgern über einen Zusammenschluss diskutiert werden. Der Ratsvorsitzende Thomas Adasch machte darauf aufmerksam, dass nach seiner Wahrnehmung der große Teil der Bevölkerung gegen eine Fusion sei.