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Hambühren Hambührener Waldkindergarten steht vor dem Aus
Celler Land Hambühren Hambührener Waldkindergarten steht vor dem Aus
15:07 09.10.2017
Von Simon Ziegler
Der Hambührener Waldkindergarten steht vor dem Aus. Aufnahmedatum: 04.10.2017 Quelle: Michael Schäfer
Hambühren

OVELGÖNNE. Bei den Eltern kam das Schreiben gar nicht gut an. „Wir gehen auf die Barrikaden“, sagt Michael Papenfuss, dessen Sohn die Waldgruppe „Füchse“ besucht. Die Erziehungsberechtigten wollen sich wehren. Bürgermeister Thomas Herbst wurde ein Brief geschrieben, in dem Eltern auf die vielen Vorteile des Waldkindergartens verweisen. Dort werde „auf einzigartige Weise die Phantasie und Kreativität der Kinder gefordert und gefördert“. Schon den kleinen Kindern werde beigebracht, wie wertvoll die Natur ist. Michael Papenfuss berichtet zudem, dass sein Sohn fast nie krank sei – der täglichen Betreuung an der frischen Luft sei Dank. Er macht auch darauf aufmerksam, dass die Gemeinde in der Jugend- und Sozialarbeit bereits den Rotstift angesetzt hat. So wurde der Jugendtreff Ruine geschlossen, einen Jugendpfleger gibt es auch nicht mehr. Sieht so eine familienfreundliche Gemeinde aus?

Der Hambührener Waldkindergarten ist eine Außenstelle der Kindertagesstätte Allerzwerge in Oldau. Sie befindet sich am Ende des Drosselbartweges in Ovelgönne. Die Kinder, die von zwei Fachkräften betreut werden, sind täglich im Wald unterwegs. Als Unterstand und Treffpunkt dient ein umgebauter Bauwagen. Dort werden bis zu 15 Kinder am Vormittag betreut.

Bürgermeister Thomas Herbst sagte auf CZ-Anfrage, dass die Gemeinde Hambühren angehalten sei, Geld zu sparen. So fordere der Landkreis Celle, dass „wir uns gerade im Kita-Bereich wirtschaftlicher aufstellen müssen“. Er persönlich sei der Meinung, dass der Waldkindergarten in Ovelgönne ein „tolles Konzept“ habe, die Kinder gingen sehr gerne dort hin.

Trotzdem schlägt die Gemeinde die Schließung vor. „Es ist so, dass wir in allen Bereichen rigoros den Rotstift ansetzen müssen. Ich werde eine Schließung mittragen“, sagte Herbst unmissverständlich. Er betont, dass sieben von 14 Kindern nicht aus Hambühren, sondern aus umliegenden Gemeinden kommen. Anders gesagt: Die Gemeinde Hambühren finanziert ein Angebot auch für Wietzer und Winser Kinder und deren Eltern. Diese zahlen zwar Kita-Beiträge, doch auf dem Löwenanteil der Kosten bleibt die Gemeinde sitzen. Sollte die Waldgruppe aufgelöst werden, könnten die beiden Erzieher im regulären Kindergarten eingesetzt werden. Dort würden sie nicht 15, sondern 25 Kinder betreuen. Dazu komme, dass der marode Bauwagen erneuert werden müsste. Die Schließung der Waldgruppe würde den Haushalt 2019 um etwa 30.000 Euro entlasten, heißt es.

Noch ist nichts entschieden. Das letzte Wort hat wie immer die Politik. Am Dienstag, 17. Oktober, berät der Sozialausschuss in der Manfred-Holz-Grundschule öffentlich über die Zukunft des Waldkindergartens.