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Hambühren Investor will Wohnungen für Flüchtlinge in Hambühren bauen
Celler Land Hambühren Investor will Wohnungen für Flüchtlinge in Hambühren bauen
19:13 06.04.2016
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hambühren erklärten Flüchtlingen, wie sie im Falle eines Brandes einen Feuerlöscher bedienen und was passiert, wenn Fett entflammt. Quelle: Archiv
Hambühren

HAMBÜHREN. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir alle Asylbewerber dezentral unterbringen können und hoffen, dass das so weitergeht. Wir haben einen Privatinvestor gefunden, der auf einem Grundstück Wohnungen bauen will“, berichtet Niels Jürgensen, Leiter Bauen und Gemeindeentwicklung der Gemeinde Hambühren, bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren und Soziales.

Das Projekt solle mit finanzieller Unterstützung vom Landkreis möglicherweise noch in diesem Jahr beginnen, berichtet Jürgensen. Als Reserve habe man zudem 500.000 Euro in den Nachtragshaushalt gestellt, vorbehaltlich der Zustimmung des Rates und des Finanzausschusses.

„Die Flüchtlingszahlen verschieben sich fast täglich“, sagt Jessica Illmann, Integrations- und Migrationsbeauftragte der Gemeinde Hambühren. Mit Stand vom 31. März seien 138 Flüchtlinge in Hambühren untergebracht. „Davon sind 58 einzelne Männer, zwölf Familien und der Rest Paare“, sagt Illmann. Iris Winterhoff, stellvertretende Leiterin für Bürgerdienstleistungen der Gemeinde, ergänzt: „Die meisten Flüchtlinge in Hambühren kommen aus Afghanistan und dem Sudan. Wir haben bis Ende Juli eine Quote von 42 Personen zu erfüllen.“ Bisher seien in diesem Jahr 16 Flüchtlinge aufgenommen worden, im April kämen weitere zehn, bis Ende Juli dann noch einmal 16 Asylbewerber, so Winterhoff.

Im Rahmen des Projekts ‚Hand in Hand‘, das Ende April ein Jahr alt wird, haben sich inzwischen 17 ehrenamtliche Paten gefunden, „die die Flüchtlinge an die Hand nehmen und ihnen im Alltag helfen“, sagt Illmann. Ohne die ehrenamtliche Hilfe wäre die intensive Betreuung kaum machbar.

Weitere Ehrenamtliche sowie verschiedene Sachspenden, beispielsweise alte Sofas, große Töpfe, Babybekleidung und -utensilien, Gitarren, Fahrräder, Computer für das Schreiben von Bewerbungen sowie kleine Gefrierschränke oder Stauräume werden benötigt, berichtet Illmann. Es müsse erst noch geklärt werden, wo die Spenden abgegeben werden können.

Illmann ist zufrieden mit der derzeitigen Flüchtlingssituation in Hambühren. Seit November ist sie im Amt und hat seitdem täglich Kontakt zu den aufgenommenen Asylbewerbern und bereits viele Aktionen mit ihnen veranstaltet. "Ich arbeite viel mit Workshops und habe den Flüchtlingen zum Beispiel deutsche Sitten wie Pünktlichkeit und richtige Mülltrennung beigebracht. Wir haben zusammen geübt, was in die gelbe, was in die braune oder blaue Tonne gehört“, sagt Illmann.

Eine weitere Aktion habe mit der Freiwilligen Feuerwehr Hambühren stattgefunden. Dabei haben die Feuerwehrmänner den Flüchtlingen Theoretisches zur Brandentstehung erklärt und auch praktisch gezeigt, was passiert, wenn Fett entflammt und wie sie in einem solchen Fall einen Feuerlöscher bedienen.

Das Thema Praktikums- und Ausbildungssuche für die Flüchtlinge liege Illmann zudem am Herzen. Sie sehe sich nach Plätzen um, stelle Kontakte zu Arbeitgebern her und führe mit den Flüchtlingen Bewerbungstrainings durch. „Ich bin sehr froh, dass Deutschland etwas bunter wird. Wir sollten den Asylbewerbern zeigen, wie das Leben hier funktioniert, sollten ihnen aber auch ein Stück von ihrer Kultur lassen“, sagt Illmann. Im Laufe des Jahres seien auch ein Fahrradfahr- und Gitarrenworkshop und der Aller-Rad-Tag gemeinsam mit Flüchtlingen geplant.

Von Jessica Poszwa