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Hambühren Landschulheim als Domizil für Erntehelfer
Celler Land Hambühren Landschulheim als Domizil für Erntehelfer
17:35 05.11.2010
ehemaliges Landschulheim der Humboldt-Schule Hannover Quelle: Peter Müller
Ovelgönne

OVELGÖNNE. „Das sind noch ungefangene Fische“, sagt Jörg Heuer aus Fuhrberg auf die Frage, ob er das ehemalige Landschulheim der Humboldtschule Hannover in Ovelgönne kaufen will. Erst müsse geklärt werden, ob eine Unterbringung von Erntehelfern in dem seit Ende 2006 leer stehenden Gebäude überhaupt zulässig ist. Der Landwirt baut in Fuhrberg Spargel und Heidelbeeren an und setzt zur Ernte Kräfte aus Polen und Rumänien ein. Maximal 150 Erntehelfer würden zwischen April und August im Gebäude in Ovelgönne unterkommen – sind die Planungen bis dahin abgeschlossen, schon ab 2011.

Für seine Zwecke sei das Gebäude auf dem über drei Hek­tar großen Gelände gut geeignet, sagt Heuer, der in den vergangenen Jahren für seine Helfer ein Hotel angemietet hatte. Weil das nicht mehr dem Standard entsprach, hatte er in diesem Jahr Wohncontainer aufstellen lassen. Das Gebäude in Ovelgönne sei in relativ gutem Zustand, mit der vorhandenen Küche könnten seine Kräfte auch versorgt werden. Mit einem Bus würden die Arbeiter morgens in der Dämmerung nach Fuhrberg pendeln, kämen zum Mittag nach Ovelgönne zurück und wären nachmittags wieder auf Feld oder Plantage tätig. „Tagsüber sind die Leute eigentlich gar nicht da.“, sagt Heuer.

Seine Arbeitskräfte sollen neben einer vernünftigen Arbeitsstelle auch eine vernünftige Unterbringung bekommen, sagt der Landwirt. „Die müssen alle ein ordentliches Bett haben.“ In Ovelgönne könnten sie sich erholen oder auch sportlich betätigen. „Etwas Vergleichbares suchen wir schon länger“, sagt Heuer. Er weiß um die Vorbehalte in der Bevölkerung. „Wenn es Einsprüche gibt, wollen wir mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagt der Landwirt.

Die Bürger haben ein Mitspracherecht bei der Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan. „Die Überplanung ist notwendig, weil es um eine Nutzungsänderung geht“, sagt Hambührens Bürgermeister Rüdiger Harries. Er bestätigt, dass sich der Verwaltungsausschuss der Gemeinde mit dem Thema Landschulheim befasst habe. Er habe sich vom Gremium das Okay geben lassen, dass Heuers Vorstoß grundsätzlich verfolgt werde. Bei der Planungsänderung könnten Bürger ihre Stellungnahme abgeben.

„Nichts ist schlimmer als Einrichtungen in der Gemeinde, die verfallen“, meint Harries mit Blick auf das Landschulheim. Deshalb sei er für jede halbwegs verträgliche Lösung. Anfangs sei er wegen der Erntehelfer-Pläne skeptisch gewesen, räumt der Bürgermeister ein. Inzwischen seien seine Bedenken geschrumpft. Und er gibt zu bedenken: „Alle wollen günstigen Spargel kaufen.“ Er wisse, dass Familie Heuer verlässlich sei. Und Jörg Heuer sagt deutlich: „In Fuhrberg haben wir keine Probleme mit unseren Erntehelfern.“

Von Joachim Gries