Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren Letzte Fahrt am Donnerstag: Bürgerbus Hambühren gibt auf
Celler Land Hambühren Letzte Fahrt am Donnerstag: Bürgerbus Hambühren gibt auf
17:58 27.06.2017
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. Zuletzt bestand das Team nur noch aus drei Fahrern. Damit könne der Verein den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten. Blossei: "Mit Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass unser Gedanke 'Bürger fahren für Bürger' gescheitert ist."

Allerdings sind die fehlenden Fahrer nur ein Grund für den Rückzug des Bürgerbusses. Der andere Grund sind die fehlenden Fahrgäste. So sei zum Beispiel die Streckenerweiterung zum E-Center nach Südwinsen, die der Verein auf Bürgerwunsch beantragt und umgesetzt hat, so gut wie gar nicht genutzt worden. Jetzt resigniert der Verein: "Ein Bürgerbus wird weder gewünscht noch gebraucht", so Blossei.

Der Bürgerbus ging vor fünf Jahren mit 17 ehrenamtlichen Fahrern an den Start. Nach und nach wurden es immer weniger, berichtet der Vereinsvorsitzende Dieter Schönemann. Manche sprangen ab, weil es sie frustrierte, dass kaum Gäste mitfuhren. Andere konnten aufgrund von Krankheiten dem Dienst nicht mehr nachkommen.

Schönemann berichtet, dass zuletzt nur noch von Dienstag bis Donnerstag gefahren wurde. In der Woche habe man vielleicht 20 Kunden gehabt. An manchen Tagen gab es nicht einen einzigen Fahrgast. Der Vorsitzende glaubt, dass es an der Struktur von Hambühren liegt, dass so wenige das Angebot nutzten. Denn auch die CeBus verbindet – auf einer anderen Route – Hambühren I und II, Oldau und Ovelgönne. Der Bürgerbus ist offenbar ein Zusatzangebot, das gar nicht nötig ist. Das Fahrzeug wird jetzt an den SV Hambühren verkauft.

Jahrelang wurde im Kreis Celle ein Bürgerbus-Verein nach dem anderen gegründet. Jetzt stellt erstmals ein Verein sein Angebot ein. "Das Aus des Bürgerbusses ist sehr, sehr bedauerlich", sagte Hambührens Bürgermeister Thomas Herbst.

Von der UFO-Fraktion im Gemeinderat gab es in seine Richtung kritische Worte. Nachdem sich die Schwierigkeiten des Vereins angedeutet hatten, habe die Fraktion bereits im Februar den Bürgermeister aufgefordert, das Thema Bürgerbus aufzugreifen. "Nichts ist seitdem geschehen. Eine mögliche Unterstützung oder Hilfestellung durch Rat und Verwaltung konnte daher nicht stattfinden", kritisierte Fraktionschef Hans-Günter Siewerin. Bürgermeister Herbst wies diese Darstellung zurück. "Der Verein hat mehrfach versucht, neue Fahrer zu finden. Die Resonanz war gleich null. Die Gemeinde kann keine Fahrer stellen."