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Hambühren Lindern Celler Heidetropfen den Wechsel zu Trump?
Celler Land Hambühren Lindern Celler Heidetropfen den Wechsel zu Trump?
18:35 15.01.2017
Hambühren

HAMBÜHREN. Für den einem Millionenpublikum bekannten Tagesschau-Sprecher und Honorarprofessor für Medien- und Kommunikationswissenschaftler ist völlig offen, was nach der Übernahme der Amtsgeschäfte durch Donald Trump in den USA passiert.

Boetzkes analysierte in seinem Vortrag die Handlungsweise des kommenden US-Präsidenten und zeichnete die Veränderungen in der Medienwelt durch Facebook und Twitter nach. Trump pflege eine völlig neue Art der Kommunikation. Er habe es noch nie erlebt, dass ein Politiker einen Journalisten wie einen kleinen Schuljungen runterputze, sagte Boetzkes. Trump hatte genau das am Mittwoch in seiner Pressekonferenz mit CNN-Reporter Jim Acosta getan.

Trump sei sich bewusst, dass er die Medien nicht mehr brauche, sagte Boetzkes. Facebook und Twitter, in den USA von 70 beziehungsweise 17 Prozent der Bevölkerung genutzt, funktionierten wie ein Bypass neben den klassischen Medien. Die wiederum griffen diese Kurznachrichten auf und sorgten so für noch größere Reichweite.

Jeder Journalist hätte Trump gefragt, wie es funktionieren solle, dass Mexiko die Mauer bezahle, die er zu errichten gedenke. Doch dazu komme es gar nicht. „Er schießt die Themen einfach raus“, sagte Boetzkes. Mit 150 Zeichen und einem finsteren Blick der Entschlossenheit schaffe es Trump, Weltkonzerne vor sich herzutreiben, sagte er mit Blick auf dessen Kritik an den Investitionen mehrerer Unternehmen in Mexiko.

Eine Prognose, wie sich die Politik in den USA ändere, traue sich niemand zu. „Seriös kann ich nur eins sagen: 2017 wird verdammt spannend“, sagte Boetzkes abschließend. Fügte dann aber, nachdem ihm CDU-Chefin Barbara Kolkmeier eine Flasche Heidegeist überreicht hatte, doch noch hinzu: „Es könnte sein, dass wir die Heidetropfen so ab dem 20. Januar benötigen.“

Von Joachim Gries