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Hambühren Lüneburger Einsatzstelle nach Bootsunfall bei Oldau in der Kritik
Celler Land Hambühren Lüneburger Einsatzstelle nach Bootsunfall bei Oldau in der Kritik
17:26 15.06.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Christian Link/privat
Oldau

Der Angler Chris Borowski aus Ovelgönne hatte um 0.50 Uhr und um 1.08 Uhr den Polizeinotruf 110 gewählt. Dieser landet seit 2017 in Lüneburg, von dort sollen die Einsätze zentral gesteuert werden. Borowski informierte darüber, dass sich vermutlich ein Bootsunfall ereignet habe, wie er sagte. Trotzdem sei nichts passiert. „Erst hieß es, es seien Schützenfeste, die Kollegen hätten viel zu tun. Sie hätten keinen Wagen frei“, so der 29-Jährige. Beim zweiten Anruf habe man ihm mitgeteilt, dass eine Streife am nächsten Tag vorbeifahren könnte. Ein Screenshot seiner Anrufliste belegt, dass er in der Nacht zweimal die 110 gewählt und minutenlang telefoniert hatte.

Andere Zeugen haben dann um 1.22 Uhr die 112 gewählt – den Notruf des Rettungsdienstes. Dieser ging bei der Rettungsleitstelle in Celle ein. Von dort wurde umgehend ein Rettungswagen alarmiert. Um 1.26 Uhr erfuhr die Celler Polizei von dem Unfall. „Wir sind unverzüglich zu dem Unfallort gefahren“, sagt die Celler Polizeisprecherin Birgit Insinger – nach dem ersten Anruf war mehr als eine halbe Stunde vergangen.

Die Lüneburger Polizei bestätigte auf CZ-Nachfrage die Notrufe vom Sonntag. "Der Hinweisgeber meldete sich, um das auffällige Verhalten eines Bootsführers zu melden. Er hatte akustisch wahrgenommen, dass die Bootsschraube offenbar längere Zeit außerhalb des Wassers drehte. Danach verstummte das Motorengeräusch. Das sei seiner Meinung nach merkwürdig", sagt Sprecher Mathias Fossenberger. "Das Gespräch wurde mit dem Hinweis beendet, dass der Anrufer das nähere Umfeld in Augenschein nehmen werde und sich gegebenenfalls erneut über Notruf melde." Der Mann habe um 1.08 wieder angerufen, habe aber keine weiteren Anhaltspunkte für einen Unglücksfall benennen können. "Die Mitarbeiter der Leitstelle bewerteten die Situation nicht als Unglücksfall mit dem Erfordernis eines sofortigen Einsatzes. Der Vorfall wird intern aufbereitet", so der Sprecher.

In der Unglücksnacht ging es auf der Aller um Leben und Tod. Ein 41-jähriger Bootsführer aus Hambühren war durch eine Angelsehne lebensgefährlich am Hals verletzt worden. „Zeugen haben sich gemeldet, sonst hätte er das nicht überlebt", sagt Axel Bergmann von der Wasserschutzpolizei in Nienburg. Inzwischen sei der Mann außer Lebensgefahr. Am Donnerstag habe die Polizei mit ihm gesprochen. Details wurden wegen der laufenden Ermittlung nicht bekannt.

Der Unfallhergang ist nach wie vor völlig unklar. Von wem die Angelschnur ist und wie sich der schwere Unfall ereignete, müsse laut Polizei erst noch rekonstruiert werden. Auch eine Straftat wird nicht ausgeschlossen. Es seien nur spärliche Zeugenaussagen vorhanden. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise, dass der Bootsführer alkoholisiert gewesen sei.

Chris Borowski hatte in der Nacht an einem Seitenarm der Aller bei Oldau mit seinem Partner Maik Hase geangelt. Stundenlang sei jemand grölend auf einem Sportboot hin und her gefahren, sagt er. Von einem Moment auf den anderen habe Totenstille geherrscht. „Ich habe sofort gesagt, jetzt hat er sich auf die Seite gelegt. Da ist definitiv etwas passiert“, berichtet der 29-Jährige. Er macht der Polizei schwere Vorwürfe: „Es kann nicht sein, dass niemand zum Einsatz rausfährt“, so der Angler. Er habe nach dem ersten Gespräch mit der Polizei eine Gruppe von Leuten angesprochen, die an der Aller feierten. Borowski vermutete, dass der Skipper vielleicht zu ihnen gehörte. Der lebensrettende 112-Anruf könnte dann aus deren Reihen gekommen sein.

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