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Hambühren Martin Höfer aus Ovelgönne ist Weltmeister auf dem Spielbrett
Celler Land Hambühren Martin Höfer aus Ovelgönne ist Weltmeister auf dem Spielbrett
20:04 07.10.2016
An den Wochenenden befehligen Martin Höfer und seine Freunde eineder vier ehemaligen Großmächte Europas auf dem Spielbrett. Seine Leidenschaftfür sein Lieblingsspiel wurde nun durch den Gewinn der Weltmeisterschaft gekrönt.Für das Turnier hatte das Celler Team extra T-Shirts anfertigen lassen. Quelle: Michael Schäfer
Ovelgönne

Nachdem er beim letztjährigen Turnier nur eine Platzierung im hinteren Drittel erreicht hatte, sei eine Verbesserung nicht schwer gewesen, wie der Ovelgönner schmunzelnd sagt. Mit etwas Glück habe er das Finale gewonnen.

So kehrte der Spielbegeisterte mit seinen Celler Freunden Hendrik Möschler, Karsten Kraft und Florian Blum äußerst zufrieden von der Weltmeisterschaft zurück. Im Reisegepäck befand sich der Friedrich-Pokal – eine getreue Abbildung des berühmten preußischen Königs. „Ich habe mich 72 Stunden wie im Fiebertraum gefühlt. Wir waren im totalen Friedrich-Fieber. Zeit für einen Berlin-Besuch gab es leider nicht“, erzählt Höfer.

Voller Leidenschaft stützten sich die vier Spielbegeisterten in die zwölfmonatige Turniervorbereitung. Im „Trainingslager“ sei der Spaß jedoch nicht zu kurz gekommen. „Wir spielen aus Geselligkeit und aus Liebe zum Spiel“, erklärt Höfer seine Übungseinheiten. In der Trainingsphase hat die Gruppe rund 40 Friedrich-Partien ausgefochten und die Männer sind bis zu fünf Stunden in die Rolle des preußischen Königs Friedrich, der Zarin Elisabeth, der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia und Madame Pompadour geschlüpft.

Aber so ganz ohne Reibungspunkte verliefen die Spiele dann doch nicht: Seilschaften wurden gebildet, es wurde gefrotzelt und gelegentlich war ein dickes Fell erforderlich. „Wenn wir nach so einem Abend auseinandergehen, denke ich mir schon, dass ich die nächsten drei Wochen keine Lust auf das Spiel habe. Lädt aber jemand zur neuen Partie ein, bin ich sofort dabei“, erklärt Höfer lachend.

Nach den Spielen werden dann die Züge und mögliche taktische Alternativen analysiert und diskutiert. In der letzten Übungsphase trainierte die Gruppe sogar im Turniermodus. „Wir kamen unter dem Zeitdruck der Schachuhr schon arg ins Schwitzen“, erklärt der Spielbegeisterte.

Für die eingefleischten Friedrich-Fans, die sich weltweit via Internet über das Spiel austauschen, ist das Turnier in Berlin der absolute Höhepunkt. 32 Spieler aus den Niederlanden, Spanien, Schweden, England und sogar den USA reisten in die deutsche Hauptstadt, um auf dem Spielbrett die vier ehemaligen Großmächte Europas zu befehligen. „Im Endspiel herrscht schon eine andere Atmosphäre, da wird ein gesunder Ehrgeiz entwickelt“, berichtet Höfer. Doch trotzdem stehe die Liebe zum Spiel im Vordergrund der großen Friedrich-Anhängerschaft.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, die er mit dem „Friedrich-Pokal“ krönte, soll noch lange nicht Schluss sein. Es sind schon weitere „Friedrich-Wochenenden“ geplant – ausruhen will sich der amtierende Weltmeister nämlich nicht: Denn nach der Weltmeisterschaft ist vor der Weltmeisterschaft.