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Hambühren Meißendorfer in Mexiko ermordet
Celler Land Hambühren Meißendorfer in Mexiko ermordet
19:52 19.09.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Steffen Krzemien soll in Hambühren bestattet werden. Quelle: Fremdfotos / eingesandt
Hambühren

HAMBÜHREN. Es ist ein später Sonntagabend, der 13. August. Der 49-jährige Steffen Krzemien kehrt nach mehreren Monaten Arbeit in der Schweiz wieder nach Mexiko zurück. Zu Hause wartet seine Freundin, der er noch vor seiner Abreise Geld zum Mieten einer neuen Wohnung gegeben hat. Er schließt die Tür auf. Was danach passiert, ist unklar. Fest steht, dass Krzemien noch in dieser Nacht erstochen wird. Die mexikanische Polizei verdächtigt seine Freundin, die aus Habgier gehandelt haben soll.

Der 49-Jährige kommt ursprünglich aus Meißendorf, seine Eltern wohnen mittlerweile in Hambühren. "Ich hab' immer gedacht, solche Geschichten sieht man nur im Fernsehen", erzählt Steffens Vater Edmund Krzemien. Für den 72-Jährigen und seine Frau war es ein Schock. "Am nächsten Morgen klingelte die Polizei an unserer Tür und erzählte, dass Steffen in Mexiko umgebracht wurde", sagt Krzemien. Anfangs dachte er noch, er habe sich verhört, und auch jetzt ist die Situation für ihn nicht zu begreifen.

Krzemiens größter Wunsch ist es, seinen Sohn wieder nach Deutschland zurückzuholen und in Hambühren zu beerdigen. Doch die Überführung des Leichnams nach Hannover kostet 5000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den weiteren Transport nach Hambühren sowie die Beerdigung. Da es sich um einen Mordfall handelt, muss Steffen Krzemien nach den gesetzlichen Bestimmungen in einem Sarg beerdigt werden. Die günstigere Urnenbestattung ist also für die Familie Krzemien keine Option. "Das können wir uns unmöglich leisten. Ich bin Rentner und bekomme pro Monat nur um die 600 Euro", sagt Krzemien.

Er hat sich daher an die deutschen Behörden gewandt und um finanzielle Unterstützung gebeten. Ohne Erfolg. Trotzdem muss Kzremien den Traum der Überführung seines Sohnes nicht aufgeben. Ein alter Freund von Steffen ist durch Zufall auf den Fall aufmerksam geworden. "Ich kenne auch seinen Vater und weiß, dass er kein Geld hat", erzählt Frank Bourgonje. Nachts habe er nicht schlafen können, habe wach im Bett gelegen. "Ich hab gedacht, da müssen wir einfach was machen. Anders geht das nicht", so Bourgonje. Er fasst den Entschluss, über eine eigens erstellte Internetseite sowie über Facebook einen Spendenaufruf zu starten.

Seit sieben Tagen gibt es nun ein Spendenkonto, das "bombastisch anlief". "Ich hab selbst Tränen in den Augen gehabt, als ich gesehen habe, wie viel Geld schon gespendet wurde", sagt Bourgonje. Mittlerweile sind schon über 3800 Euro zusammengekommen, aber das Ziel ist noch längst nicht erreicht. "Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Toll, was der Bourgonje da auf die Beine gestellt hat", erzählt Steffens Vater. Angesichts des Spendenzuspruchs ist er wieder voller Hoffnung, dass er seinen Sohn Steffen zu Hause beerdigen kann. Der Rentner schwärmt: "Ich staune über diese guten Menschen. Dass schon so viele gespendet haben, ist eine feine Sache – wirklich toll."

Weitere Informationen zu dem Fall gibt es im Internet unter www.wirholendichheim.jimdo.com. Spenden können auf das Konto von Frank Bourgonje, IBAN: DE29 2575 0001 0091 8469 56, Verwendungszweck: "Wir holen dich heim, Steffen", eingezahlt werden.