Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren Mord von Ovelgönne: Opfer hatte Waffe
Celler Land Hambühren Mord von Ovelgönne: Opfer hatte Waffe
16:55 06.08.2010
Von Simon Ziegler
Ovelgönne

OVELGÖNNE. Die Staatsanwaltschaft Celle bestätigte den Fund der Waffe. „Es ist zutreffend, dass man bei der Tatortaufnahme unter einem Sofakissen eine Schreckschusswaffe gefunden hat. Es gibt aber keinen Anhaltspunkt dafür, dass sie benutzt wurde“, sagte Witold Franke, Sprecher der Celler Staatsanwaltschaft.

Inwieweit der Fund bei der Gesamtbewertung des Sachverhaltes relevant sei, könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beurteilen, so Franke. Dagegen sagte Salzwedel, dass die Waffe ein Indiz dafür sei, dass sein Mandant das Opfer nicht umgebracht habe, um an Geld zu kommen. Der 20-Jährige habe den Mann erstochen, um selbst nicht erschossen zu werden, so Salzwedel gegenüber der Celleschen Zeitung.

Am 8. Juni war der 65-jährige Hans-Joachim W. tot in seiner Wohnung in der Straße Am Anger in Ovelgönne gefunden worden. Wenige Stunden später nahm die Polizei einen 20-Jährigen fest, der ebenfalls aus dem Hambührener Ortsteil kommt. Zwei Tage nach dem Mord gestand der mutmaßliche Täter, den Rentner erstochen zu haben. Zuvor soll der junge Mann versucht haben, mehrere hundert Euro von W. zu leihen, um Schulden zu begleichen. Es kam daraufhin nach bisherigen Erkenntnissen zu einem Streit. Der 20-Jährige, der nicht vorbestraft ist, soll zunächst den Kampfhund – einen Pitbull – von W. und anschließend den Rentner mit mehreren Stichen getötet haben.

Unterdessen gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Voraussichtlich werde im September Anklage erhoben, hieß es. Wann der Prozess stattfindet, ist unklar. Verhandelt wird vor der Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg, da der mutmaßliche Täter zum Tatzeitpunkt noch keine 21 Jahre alt war.