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Hambühren Nach Bootsunfall bei Oldau: Im Zweifel einen Wagen schicken
Celler Land Hambühren Nach Bootsunfall bei Oldau: Im Zweifel einen Wagen schicken
18:18 19.06.2018
Von Simon Ziegler
Hambühren

Der Bootsunfall auf der Aller bei Oldau hatte für Kritik an der Polizei-Einsatzleitstelle in Lüneburg gesorgt. Zweimal ging in der Nacht zum 10. Juni ein 110-Notruf ein. Zweimal entschied man in der Leitstelle in Lüneburg, von wo seit 2017 die Einsätze zentral gesteuert werden, weder einen Rettungswagen noch einen Notarzt nach Hambühren zu schicken. Erst als andere Zeugen den 112-Notruf getätigt hatten, rollte die Hilfswelle an. Die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle beim Landkreis Celle hatte dann alles richtig gemacht. Der Bootsführer überlebte schwer verletzt.

Kreisordnungsamtsleiter Jochen Decker erläutert, dass von Celle aus jedes Jahr rund 17.000 Notfallrettungseinsätze und 16.000 Krankentransporte organisiert werden. Die meisten Anrufe gehen tagsüber ein. Doch auch nachts klingelt das Telefon fast pausenlos. "Wir haben nachts an die 100 Anrufe", sagt Decker. Darunter fällt das gesamte Spektrum: verwirrte Menschen, alkoholisierte Anrufer und echte Notfälle. Diese herauszufiltern, ist die schwierige Aufgabe. Dazu kommen immer wieder Fake-Anrufe. Lustig findet Notruf-Missbrauch in der Leitstelle niemand, dieser wird strafrechtlich verfolgt.

Zwölf Mitarbeiter sind in der Celler Leitstelle beschäftigt. Sie arbeiten in Zwölf-Stunden-Schichten – von 19 bis 7 Uhr und von 7 bis 19 Uhr. Mindestens zwei Disponenten sind immer vor Ort. Sie müssen entscheiden, gar nichts zu machen, einen Rettungswagen oder einen Notarzt zu beauftragen. In vielen Fällen reicht der Hinweis, der Anrufer möge am nächsten Morgen einen Arzt aufsuchen.

Der Job verlangt jede Menge Berufs- und Lebenserfahrung. Die Mitarbeiter sind alle Notfallsanitäter oder Rettungsassistent und müssen Erfahrung als aktives Mitglied bei der Feuerwehr haben. Ein so genannter Notfallindikationskatalog liegt bereit und gibt Orientierung. Klagt zum Beispiel jemand über starke Bauchschmerzen, werden die Vitalfunktionen, Vorerkrankungen und weitere Schmerzen abgefragt. Was die Entscheidung erschwert, ist der meist aufgewühlte Zustand der Anrufer. "Sie sind oft aufgeregt und in großer Sorge. Es kann sein, dass sich ihre Stimme überschlägt. Man muss die Leute unterbrechen, um die Fakten herauszuhören", sagt Decker. Klar sei aber eines: Im Zweifel werde ein Wagen geschickt.

Wie oft falsche Entscheidungen getroffen werden, ist dem Ordnungsamtsleiter nicht bekannt. "Wir bekommen den Rücklauf nicht. Im Grunde wissen die Kollegen nie, was aus ihren Entscheidungen geworden ist." Die wenigen Beschwerden zeigen indes, dass Fehleinschätzungen die Ausnahme sind. "Wir haben weniger als eine Beschwerde im Monat", sagt Decker. In den vergangenen Jahren sei kein Fall vor Gericht gelandet. Derzeit sei aber eine Klage auf Schmerzensgeld anhängig.

Nach dem Unfall bei Oldau war auf der CZ-Facebookseite diskutiert worden, ob der Einsatz besser gelaufen wäre, wenn die Polizei-Leitstelle noch in Celle wäre. Decker schickt voraus, nicht für die Polizei zu sprechen, sondern für die Rettungsleitstelle. Er glaubt, dass die Ausgangslage ähnlich gewesen wäre. Am Telefon hätte eingeschätzt werden müssen, ob vor Ort Hilfe benötigt wird oder nicht. Anschließend wären ortskundige Einsatzkräfte – zum Beispiel aus Winsen – losgeschickt worden. Grundsätzlich, sagt Decker, spiele es dabei keine Rolle, ob die Leitstelle in Lüneburg oder in Celle ist.

Der Waldkindergarten in Ovelgönne bleibt langfristig erhalten. Der Hambührener Gemeinderat hat in der vergangenen Woche beschlossen, dass die Waldkindergartengruppe „Die Füchse“ im Wochenendgebiet Märchenwald unbefristet weitergeführt wird. Bisher war lediglich der Betrieb bis Mitte 2019 gesichert.

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