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Hambühren Onko-Forum profitiert von Schrottplatz-Festival in Hambühren
Celler Land Hambühren Onko-Forum profitiert von Schrottplatz-Festival in Hambühren
22:18 24.09.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Oliver Knoblich
Hambühren

HAMBÜHREN. Berge von Schrott-Würfeln türmen sich auf und bilden in ihrer Mitte ein großes Areal. An eine rostige Wand sprayen Kinder ihren Namen, lassen sich als Tiger schminken oder trommeln begeistert auf blauen Tonnen und kleinen Blechen. Ein zweijähriges Kind sitzt auf dem Schoß eines Mitarbeiters des Schrottplatzes und fährt mit ihm zum ersten Mal in einem Gabelstapler um kleine Hütchen herum. Aus einer anderen Ecke ertönt von Zeit zu Zeit ein lauter Knall. Dort werden Airbags an eine Batterie geschlossen und gezündet. Was auf den ersten Blick wie ein Tag der offenen Tür auf einem Schrottplatz wirkt, ist die Benefizveranstaltung des Onkologischen Forums Celle.

Unter dem Motto „Schlag den Krebs“ sammelte dieses am Samstag gemeinsam mit dem Schrotthändler Karl „Kalli“ Struck und seinem ganzen Team Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit des Onko-Forums. Die rund 400 Besucher waren von dem so ungewöhnlichen Ambiente und dem vielfältigen Programm begeistert.

„Es ist einfach einmalig, so eine Veranstaltung auf dem Schrottplatz zu machen“, schwärmte die Besucherin Carolin Lustig. Die 37-jährige Lehrerin war mit ihrer ganzen Musikklasse des Gymnasium Lachendorfs zu der Benefizveranstaltung gekommen. Ihre Schüler waren ebenfalls Teil des Programms. Vor mehreren Monaten lernten sie in Workshops bei dem Schauspieler und Musiker Christian von Richthofen das Perkussionspielen. Doch statt auf Bongos oder Sitztrommeln spielten sie auf Tonnen und umgedrehten Eimern, die sie zuvor auf dem Hambührener Schrottplatz zusammen gesucht hatten. Sogar ein alter Grill wurde als Instrument umfunktioniert.

Auch alle anderen Besucher, ob jung oder alt, nutzten begeistert die Gelegenheit, auf dem Schrott herumzutrommeln. Die laute Musik wechselte sich immer wieder mit kleinen Show-Einlagen ab. Zirkus Knalltüte zeigte Auszüge aus seinem großen Galaprogramm. Die Schrottplatz-Mitarbeiter selbst gaben auch einige Einblicke in ihren Alltag und ließen an einem Greifarm Schrott durch die Luft schleudern. „Das ist ein Ereignis, das man nicht so schnell vergisst“, sagte Lustig.

Kalli Struck selbst und der Mit-Organisator und Pressesprecher des Onko-Forums Fritz Gleiß waren ebenfalls in das Programm involviert. Während Gleiß die gesamte Veranstaltung hindurch die einzelnen Acts ankündigte und moderierte, sang Struck vor den vier Abendshows vier seiner eigenen Lieder.

Dann war es schließlich so weit. Das Abendprogramm startete mit der Gruppe „Trash“, den Schrotttrommlern der Blue Diamonds. Zehn Männer und zwei Frauen traten auf die Bühne. Sie trugen Jogginghosen, zerrissene T-Shirts und hatten große Blechtonnen um die Hüften geschnallt. Mit fliegenden Sticks schlugen sie ihren Rhythmus und steckten das Publikum mit ihrer Musik auf Schrott immer mehr an.

Nachdem es dunkel geworden war, bewegten sich die Stelzenläufer „Oakleaf Creativity“ mit großen, leuchtenden Unterwassertieren durch die Menge. Anschließend präsentierte von Richthofen seine Show „Auto Auto“ und zerlegte auf der Bühne einen Ford Fiesta. Den Abschluss bildete die Feuerkünstlerin Nina Scholz.

Bereits vor den Abendstunden begannen die ersten Besucher, nach einer Wiederholung der gelungenen Benefizveranstaltung zu fragen. „Also wenn das nächstes Jahr wieder stattfindet, bin ich auf jeden Fall dabei“, sagt der Hambührener Andi Först. Der 53-Jährige war begeistert von der Veranstaltung und davon, dass die Eintrittsgelder an das Onko-Forum gespendet werden. „Und für so eine tolle Show bezahle ich auch gerne die 20 Euro Eintritt, das ist mir egal“, so Först.

Und Kalli Struck versicherte dem Publikum nach seinem Auftritt, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung gebe: „Wir hatten so viel Spaß mit euch, ihr seid toll. Ich hoffe, dass nächstes Mal doppelt so viele Besucher da sind.“ Insgesamt konnten etwa 3000 Euro Spenden für das Onko-Forum gesammelt werden.