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Hambühren Piraten-Partei gründet Celler Kreisverband
Celler Land Hambühren Piraten-Partei gründet Celler Kreisverband
17:17 29.03.2012
Der Vorstand der Piraten (von links): Stellvertretender Vorsitzender Hendrik Schulz, Vorsitzender Matthias Knˆfel und Schatzmeister Arne Reese. Quelle: Tore Harmening
Hambühren

HAMBÜHREN. Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel, wünschte Mario Espenschied vom Landesvorstand der Piraten dem neuen Celler Kreisverband. Er wurde am Mittwochabend in Hambühren gegründet. Doch um im Bild zu bleiben: Derzeit hat das Celler Piratenschiff gerade mal einen Daumen Wasser unterm Kiel. Denn noch ist der Kreisverband mit 14 Gründungsmitgliedern eher eine Nussschale und kein Segelschiff.

Die politischen Profis im Landkreis könnten über die neue Gruppierung lächeln, die die ersten Schritte in eine geordnete Struktur mühsam unternahm. Doch das wurde schon in Berlin und dem Saarland getan. Inzwischen lächeln dort nur noch die wenigsten. Zumal die Piraten in Niedersachsen nach eigenen Angaben pro Tag um die 30 Mitglieder hinzugewinnen und gerade die 2000er-Marke überschritten haben.

Die Gruppe, die sich bei der Gründungsversammlung in einem kleinen Saal zusammenfindet, ist buntgemischt. Da ist zum Beispiel der Hambührener Matthias Knöfel, 41, Soldat, verheiratet, zwei Kinder. Er ist der erste Vorsitzende des neuen Kreisverbandes. „Ich finde die Idee der Piraten sehr gut und mag keine Kungeleien“, sagt er zu seiner Motivation. Ein paar Monate sei er mal in der FDP gewesen, aber da hat es ihm genau aus dem Grund nicht gefallen.

Zu Inhalten sagt er noch nicht so viel. Bekannt machen will er die Piraten erstmal, hat dafür schon einige Ideen.

Auch sein Stellvertreter Hendrik Schulz aus Celle, 42, Mittelständler, hält das so. Bei den Piraten trifft er Gleichgesinnte, sagt er. Sowohl er als auch Knöfel haben schon seit 2009 zu den Piraten Kontakt.

Andere sind erst jetzt über die Erfolge dazu gekommen und haben schon konkrete Vorstellungen, was sie angehen wollen. Tobias Jühnke, 24, aus Wietze, will zum Beispiel die Schullandschaft umgestalten. Er hat schon in der SPD mitgearbeitet, aber da hat ihm auch die „Kungelei“ nicht gefallen. Überhaupt fällt dieses Wort sehr oft, wenn es um die Motivation geht, zu den Piraten zu kommen. Bei dem 24-Jährigen gab schließlich der Erfolg in Berlin den Ausschlag, sich hier zu engagieren.

Am Mittwoch bringen sie letztlich alle zusammen den Gründungsparteitag mit Hilfe aus dem Landesvorstand über die Bühne. Neben Mario Espenschied war auch der mögliche Spitzenkandidat für den Landtag, Steven Maaß, gekommen, um als Wahlhelfer zu fungieren. Der Anfang der Piraten in Celle ist gemacht: Nicht weniger, aber bisher auch nicht mehr.

Von Tore Harmening