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Hambühren Politik macht Weg für Räumung frei
Celler Land Hambühren Politik macht Weg für Räumung frei
18:26 29.03.2012
Von Simon Ziegler
Oldau

HAMBÜHREN. Der Hambührener Gemeinderat hat am Mittwoch den Weg für die Sanierung eines mit militärischen Altlasten kontaminierten Grundstücks am Grünen Eck freigemacht. Das Gremium entschied einstimmig, dass Grundstück im Ortsteil Hambühren II von einem Privatmann zu übernehmen. 1,2 Millionen Euro werden für die Sanierung in den Haushalt gestellt. Davon soll mehr als die Hälfte vom Land Niedersachsen über Fördermittel zurückfließen. Die Politik votierte ebenfalls dafür, dass ein entsprechender Antrag in Hannover gestellt wird.

Die Politik war sich trotz des einstimmigen Beschlusses in der Bewertung der Sanierung nicht einig. Hans-Günter Siewerin (UFO) sagte, dass es keinen Anlass zur Euphorie gebe. Fördermittel würden bis maximal 55 Prozent gewährt, sicher sei die Höchstsumme für Hambühren aber keineswegs. Möglicherweise werde nur ein Satz von 10, 20 oder 30 Prozent bezahlt. Bei einem Volumen von 1,2 Millionen Euro habe die Gemeinde „schlimmstenfalls 800.000 Euro“ selbst zu zahlen, sagte der frühere Christdemokrat.

Für diese Schlussfolgerungen zeigte der Ratsvorsitzende Thomas Adasch (CDU) wenig Verständnis. „Es ist schade, dass Herr Siewerin wieder versucht, Wasser in den Wein zu gießen. Wir müssen doch ein gemeinsames Interesse daran haben, am Image der Gemeinde zu arbeiten“, so der Landtagsabgeordnete. Er bleibe bei seiner Aussage, dass es sich bei dem Programm um eine einmalige Chance für Hambühren handele.

Kritische Töne gab es indes auch von den Sozialdemokraten. „Wir haben nur zwischen Pest und Cholera zu entscheiden. Wir müssen aus dem Gemeindesäckel Geld zuschießen, das wir nicht haben“, sagte Fraktionschef Ralf Volz. Die Zustimmung der SPD begründete er damit, dass sonst noch mehr Geld gezahlt werden müsste. Denn der Landkreis fordere die Sanierung der belasteten Grundstücke. Können die Eigentümer nicht bezahlen, müsse die Gemeinde einspringen. Auch die FDP sah keine Alternative. „Wir hoffen, dass wir die maximale Fördersumme bekommen“, sagte Fraktionschef Dietrich Salzwedel.

Bei dem Grundstück handelt es sich um 13.500 Quadratmeter neben der Tennisanlage am Grünen Eck. Auf dem Gelände sind Sprengstoff- und Munitionsaltlasten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu finden, außerdem ist dort das Grundwasser verunreinigt. Es gibt seit Ende Januar eine neue Förderrichtlinie Altlasten-Gewässerschutz, die es Kommunen ermöglicht, mit Landesmitteln öffentliche Flächen zu säubern, die vom Bund bislang nicht saniert wurden. Um die Förderung zu bekommen, muss die Gemeinde das vormals private Grundstück übernehmen. In Hambühren gibt es aber noch fünf andere Flurstücke, die ebenfalls belastet sind. Sie liegen alle zwischen Ovelgönne und Hambühren II. Ob und wann sie geräumt werden, ist bislang unklar.

Was die Rathausspitze über die erhoffte Förderung und die damit verbundene enorme Zusatzbelastung des Haushaltes denkt, ist nicht bekannt. Vom parteilosen Bürgermeister Thomas Herbst gab es am Mittwoch im Gemeinderat in der so wichtigen Frage der Altlasten-Beseitigung keine Stellungnahme. Er schwieg.