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Hambühren Politik will Strandbad Ovelgönne erhalten
Celler Land Hambühren Politik will Strandbad Ovelgönne erhalten
17:33 31.03.2017
Von Simon Ziegler
FDP-Vorschlag abgelehnt: Die Politik setzt sich mehrheitlich für den Erhalt des Strandbads Ovelgönne ein. Quelle: Archiv
Hambühren

OVELGÖNNE. Denn die Gemeinde Hambühren, so Adasch, leiste sich im Unterschied zu anderen Kommunen weder Frei- noch Hallenbad und unterhalte auch keine teuren Dorfgemeinschaftshäuser. "Wir leisten uns ein Naturbad mit einer guten Wasserqualität, das sehr gut angenommen wird", sagte Adasch.

FDP-Fraktionschef Dieter Sawischlewski argumentiert, dass die Gemeinde Hambühren Geld einsparen müsse, um die Gemeindefinanzen in Ordnung zu bringen. Das Strandbad kostet im Jahr etwa 40.000 Euro. Dazu kommen demnächst Kosten von 27.000 Euro, um die Ablagerungen im Teich auszubaggern.

Nachdem die CZ am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite über den FDP-Antrag berichtet hatte, gab es zahlreiche kritische Kommentare. Viele User äußerten ihr Unverständnis, warum ausgerechnet eine attraktive Freizeitanlage, die im Jahr von 5000 Menschen genutzt wird, geschlossen werden soll. Es soll sogar Anrufe im Rathaus gegeben haben; die Anrufer drohten dem Vernehmen nach damit, die Sitzung des Gemeinderates zu stören.

Dem war aber nicht so. Die Mehrheit im Gemeinderat hält ohnehin nichts von der FDP-Initiative. "Es ist bemerkenswert, wie die FDP quasi im Vorbeigehen die wichtigste Attraktion von Hambühren dichtmachen will", sagte Barbara Kolkmeier (CDU). Das Bad sei die einzige kostenlose Freizeiteinrichtung in Hambühren, diese gelte es zu erhalten – zumal in der Nähe ein neues Baugebiet für Familien geplant wird. Ähnlich sieht es die SPD. "Bevor wir darüber diskutieren, das Bad zu schließen, sollten wir auf die Bürger hören und andere Konzepte erarbeiten", sagte Torben Brandt (SPD). Klare Worte gab es von Hans-Günter Siewerin (UFO): "Wir wollen, dass die Gemeinde attraktiv bleibt. Eine Schließung kommt für uns nicht infrage." Christian Zahl erklärte für die AfD, dass sich Menschen mit wenig Geld über das Strandbad freuten.

Die Diskussion um die Zukunft des Bades ist damit aber noch nicht beendet. Denn formal wurde der FDP-Antrag erst in die weitere Beratung eingebracht. Er wird jetzt in einem Fachausschuss diskutiert. Nach der eindeutigen Positionierung der anderen Parteien dürfte es aber auch über das Jahr 2017 hinaus einen Badebetrieb im Strandbad geben.

Kommentar: "Abwegige Idee"

Der FDP kann man zugute halten, dass sie sich ernsthaft Gedanken um die finanzielle Zukunft der Gemeinde Hambühren macht und auch zu unpopulären Schritten bereit ist. Das war es aber auch schon. Die Idee, das Strandbad Ovelgönne in ein paar Monaten zu schließen, ist völlig abwegig. Tausende Besucher baden hier jedes Jahr kostenlos. Das Strandbad ist ein Aushängeschild der Gemeinde Hambühren. Das muss es auch in Zukunft bleiben.