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Hambühren Rixförder Teehaus soll gerettet werden
Celler Land Hambühren Rixförder Teehaus soll gerettet werden
19:29 04.02.2015
Das Teehaus soll saniert werden. Es freuen sich (von links) Peter Baresa und Stephan Schwerdtfeger von den VGH-Versicherungen, Günter Ilper, Eigentümerin Sabine Bosch und Architekt Klemens Lopau. Quelle: Joachim Gries
Rixförde

RIXFÖRDE. Der Anfang ist gemacht: Mit 15.000 Euro unterstützt die VGH-Stiftung die Sanierung des Teehauses auf dem Gelände des Gutes Rixförde. Doch es ist wirklich nur der Anfang, denn für die Wiederherstellung des über 100 Jahre alten Gebäudes sind 350.000 Euro veranschlagt. Im ersten Schritt soll das Dach erneuert werden, damit nicht länger Wasser in den unter Denkmalschutz stehenden Bau eindringen kann. Allein diese Arbeiten sollen 150.000 Euro kosten.

Bei der Suche nach einem Resthof stießen Sabine und Ulrich Bosch im Jahr 2012 auf das Gut Rixförde. Die Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft zogen sich zwei Jahre, anfänglich war vor allem Günter Ilper gegen den Verkauf. Doch aus dem „Quertreiber“ sei inzwischen ein Freund geworden, sagte Sabine Bosch.

Seit März 2014 wird das Herrenhaus saniert, spätestens im Sommer will das Ehepaar Bosch einziehen. Mit Rat und Tat steht Architekt Klemens Lopau den Boschs zur Seite, er hatte sie auf Rixförde überhaupt erst aufmerksam gemacht. Seine Firma, die Flandrais Gesellschaft für traditionelles Bauen in Bad Bentheim, hat sich auf die Sanierung historischer Gebäude spezialisiert.

Mit der Dachsanierung soll nach der Vorstellung von Sabine Bosch im Herbst begonnen werden. Der Dachstuhl muss komplett erneuert werden, anschließend soll das Dach mit Biberschwanz-Dachziegeln aus Ton eingedeckt werden. Der Sims unterhalb des Daches muss erneuert werden, ebenso der Außenputz.

Innen sind die Schäden unübersehbar, Löcher in der Decke, der Putz hat sich von den Wänden gelöst. Weitgehend intakt ist der große Kamin, er ist nach Ilpers Angaben dem Kamin im Heidelberger Schloss nachempfunden. Instandgesetzt werden soll auch die Konstruktion, die früher den Blick in den Garten freigab. Mit einer Kurbel wurde die Jalousie in die Höhe gedreht, anschließend verschwanden die raumhohen Schiebetüren in den Wänden. Bosch hofft, dass weitere Stiftungen die aufwändige Sanierung des Baudenkmals unterstützen.

Gebaut wurde das Teehaus in den Jahren 1910/11 von Paul Eduard Schultze-Naumburg. Er entwarf auch Schloss Cecilienhof in Potsdam.

Von Joachim Gries