Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren Schlammschlacht nach Kandidatenwahl: Hambührener CDU-Chefin wirft hin
Celler Land Hambühren Schlammschlacht nach Kandidatenwahl: Hambührener CDU-Chefin wirft hin
10:55 21.08.2018
Öffentliches Schmierentheater: Barbara Kolkmeier äußerte heftige Vorwürfe in Richtung Thomas Adasch (rechts) und Edmund Hoffmann (links). Quelle: Oliver Knoblich (2) / AlexSorokon (1)
Celle

Außerdem erklärte sie ihren sofortigen Parteiaustritt. Zugleich attackierte sie den offiziell nominierten CDU-Bürgermeister-Kandidaten Edmund Hoffmann als „fachlich und charakterlich ungeeignet“. Kolkmeier: „Er dürfte nach meinem Dafürhalten bei der anstehenden Bürgermeisterwahl keine Chance haben.“

Und das war noch längst nicht alles. Dem Hambührener Landtagsabgeordneten Thomas Adasch warf sie „unehrenhaftes und intrigantes“ Verhalten vor. Die Hambührener CDU sei in eine existenzbedrohende Krise gestürzt worden. „Thomas Adasch trägt hierfür die Verantwortung“, so Kolkmeier.

Die Christdemokraten hatten am Freitagabend in einer Versammlung entschieden, dass Hoffmann und nicht Kolkmeier als Bürgermeister-Kandidat im kommenden Jahr antreten wird. Die Entscheidung fiel mit 42 zu 25 aus. Das deutliche Votum kam auch deshalb zustande, weil Hoffmann aus seinem Umfeld 27 neue Christdemokraten geworben haben soll, die in der Versammlung für ihn stimmten. „Es ist bedauerlich, dass die CDU eine solche Beeinflussung durch einen Familienclan zulässt und hier kein ehrlicher, demokratischer Wettstreit stattgefunden hat“, fand Kolkmeier abermals deutliche Worte. Allerdings: Auch sie selbst soll um neue Mitglieder geworben haben, neben den 27 Christdemokraten aus dem Hoffmann-Lager sollen 6 Kolkmeier-Leute in die CDU eingetreten sein.

Hoffmann wies die Angriffe entschieden zurück. „Ihre Äußerungen sind ungeheuerlich, ich bin schockiert“, sagte der Ratsherr. Es sei legitim, um neue Mitglieder zu werben, die ihn bei der Abstimmung unterstützten.

Auch Adasch meldete sich zu Wort. „Das Ergebnis für Hoffmann ist für mich überraschend deutlich ausgefallen. Er hat als erfahrener Kommunalpolitiker meine volle Unterstützung und bringt alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bürgermeister-Kandidatur mit. Er genießt in Hambühren hohe Sympathien. Ich halte ihn auch menschlich für einen sehr geeigneten Bewerber“, sagte der Landtagsabgeordnete. Die unterlegene Gegenkandidatin habe sich „durch unnötige persönliche Anfeindungen und haltlose Anschuldigungen als schlechte Verliererin selbst disqualifiziert“. Kolkmeier habe offenbar Probleme mit der Akzeptanz demokratischer Wahlergebnisse.

Allerdings steht Kolkmeier nicht alleine da. Gestern teilte auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Reiner Dralle seinen Austritt aus der CDU mit. Er will mit Kolkmeier eine eigene Fraktion im Gemeinderat bilden – und geht davon aus, dass noch mindestens ein Christdemokrat folgen wird. „Für mich ist die Vertrauensbasis weggebrochen“, sagte Dralle.

Kolkmeier und Adasch sollen seit Jahren kein gutes Verhältnis gehabt haben. Als Beispiel für die "Methode Adasch", wie Kolkmeier sagte, behauptete sie am Freitag in einer persönlichen Erklärung, dass im Vorfeld der Kandidatenkür ein von ihr geschriebener Brief an die Hambührener CDU-Mitglieder ohne ihr Wissen verändert werden sollte. Für diesen "strafrechtlichen Sachverhalt" sei Adasch verantwortlich. Er stellt den Vorgang anders dar. Das CDU-Büro in Celle habe rechtliche Bedenken geäußert, weil Kolkmeiers Schreiben als unzulässige Eigenwahlwerbung gewertet werden könnte. Daraufhin habe man die Landespartei um Prüfung gebeten. „Diese Prüfung hat ergeben, dass ihr Schreiben nicht zulässig war“, erklärte der Landtagsabgeordnete.

Schlechter Stil

Ein Kommentar von Simon Ziegler

Diese öffentliche Schlammschlacht ist beispiellos: Barbara Kolkmeier hat mit heftigen Vorwürfen auf ihre Ausbootung als Bürgermeister-Kandidatin reagiert. Der siegreiche Bewerber sei "ungeeignet", maßgebliche Christdemokraten "intrigant" – auf diese Art und Weise auf eine politische Niederlage zu reagieren, stellt die gesamte Hambührener CDU in ein schlechtes Licht.

Sicher: Kolkmeier kann sich darüber ärgern, dass Edmund Hoffmann seine eigene Kandidatur auch dadurch ermöglicht hat, dass massenweise Personen aus seinem direkten Umfeld in die Partei eingetreten sind, um ihn zu wählen. Nur: Diese Art der Mehrheitsbeschaffung ist nicht verboten, Hoffmann durfte das.

Zudem muss sich Kolkmeier an ihre eigene Nase fassen. Wer nach vielen Jahren an der Spitze von Partei und Fraktion nicht die "natürliche" Bürgermeister-Kandidatin des CDU-Gemeindeverbandes ist, hat per se Einiges falsch gemacht. Den siegreichen Kandidaten nach der eigenen Niederlage öffentlich zu diskreditieren, zeugt jedenfalls von einem ganz schlechten Stil. Die Hambührener CDU steht vor einem Scherbenhaufen.

Von Simon Ziegler

Hambühren Morgens halb zehn in... - Viel mehr als nur ein Poloclub

In Rixförde, bekannt für seinen Poloclub, schätzen die Anwohner die ansonsten vorherrschende Ruhe.

Christian Link 18.08.2018

Sofern Rixförde überhaupt für etwas bekannt ist, dann ist das sein Poloclub. Ansonsten ist die kleine Ortschaft mitten im Wald zwischen Hambühren und Fuhrberg vielleicht noch den Radtouristen ein Begriff, die hier auf der Hambühren-Radroute vorbeikommen. Die paar Häuser haben aber selbst ungeübte Radler schnell hinter sich gelassen. Und das finden die Anwohner, die vor allem ihre Ruhe schätzen, auch gar nicht so schlecht.

Christian Link 18.08.2018

Der Spielplatz in Hambühren II am Eichkamp soll bleiben. Dafür hat sich der Sozialverband (SoVD) stark gemacht und 145 Unterschriften gesammelt. Die wurden jetzt an Bürgermeister Thomas Herbst übergeben in der Hoffnung, dass die Politik noch einmal umdenkt.

15.08.2018