Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren Schockiert über fehlende Hilfsbereitschaft
Celler Land Hambühren Schockiert über fehlende Hilfsbereitschaft
16:53 10.12.2018
An dieser Stelle stürzte Elke Schaefer. Quelle: Kirsten Glatzer
Hambühren

Es war ein schöner Abend gewesen. Wie jedes Jahr hatte Elke Schaefer, die Vorsitzende von Radio Celle 1, am traditionellen Grünkohlessen in der Immelmann-Kaserne in Wietzenbruch teilgenommen. Ehemann Helmut hatte sie am Donnerstag vergangener Woche hingebracht, für den Rückweg stand ein Fahrdienst der Bundeswehr bereit. „Da ich nicht gut zu Fuß bin, half mir der junge Soldat hier an der Ostlandstraße noch aus dem Bus, ehe er weiterfuhr.“

75-Jährige hatte Knie-OP

Im September wurde der 75-Jährigen bei einer Knie-OP ein künstliches Gelenk eingesetzt, sie ist aber immer noch nicht beschwerdefrei. Nun überquerte Elke Schaefer die Straße, doch auf halber Strecke versagte das Knie und sie stürzte. „Da lag ich also, sah Autos auf mich zukommen und war in Panik. Sehen die mich in meiner dunklen Kleidung. Halten die?“

"Ich könnte heute noch weinen"

Ja, die Autos hielten, aber es stieg niemand aus. „Ich rief: Kann mir jemand aufhelfen?“, erinnert sie sich schaudernd. Aber niemand öffnete die Autotür, kein Fenster wurde heruntergekurbelt. In beiden Fahrtrichtungen standen mehrere Autos hintereinander, aber keiner der Insassen hielt es für nötig, auszusteigen und zu helfen. „Sie sind dann um mich herum und weggefahren. Ich könnte heute noch weinen, wenn ich daran zurückdenke“, sagt Elke Schaefer und man merkt, wie sehr sie das, was passiert – oder eben nicht passiert ist – mitgenommen hat.

Wieder kamen Autos. Wieder die Frage: Sehen die mich? Halten die an? Und dann öffnete endlich jemand seine Tür und fragte: „Kann ich Ihnen helfen?“

Von Mitmenschen im Stich gelassen

„Ich bin am Knie operiert und gestürzt. Ich schaffe es nicht, allein aufzustehen!“, rief das Unfallopfer. Der Fahrer stieg aus, half ihr hoch und führte sie auf die andere Straßenseite. Er hätte sie auch bis zur Haustür gebracht, aber das Reihenhaus der Schaefers liegt gut 50 Meter von der Ostlandstraße entfernt. „Sein Wagen stand mit laufendem Motor und offener Tür auf der Straße“, sagt Elke Schaefer, „deshalb hab ich dankend abgelehnt. Ich hatte Angst, dass ihm das Auto gestohlen wird.“

Das Gefühl, so von den Mitmenschen im Stich gelassen worden zu sein, hat ihr einen Schock versetzt. „Ich bin psychisch richtig angeknackst. Ich habe so gezittert, mein Mann konnte mich gar nicht beruhigen. Das Gefühl, dort zu liegen, und die Leute fahren einfach weiter, das war so schrecklich.“

"Ignoranz und Lieblosigkeit hat mein Menschenbild erschüttert“

Elke Schaefer war sich zunächst nicht sicher, aber ihre Freunde rieten ihr, das Geschehene öffentlich zu machen. „Die Leute sollen sich schämen. Ich hätte ja Verständnis, wenn man irgendwo auf der Landstraße auf so ein Szenario zukommt und vielleicht sogar allein ist. Aber auch dann kann man das Fenster runterkurbeln und Bescheid sagen, dass man einen Rettungsdienst alarmiert. Ich selbst bin sozial sehr engagiert, bin immer bereit zu helfen. Und dann passiert mir so etwas. Das ist für mich unfassbar“, so Elke Schaefer.

„Es ist mir ein Bedürfnis, die Menschen aufzurütteln und zu sagen: Das geht nicht. Egal wer da liegt, auch wenn es ein Obdachloser oder Betrunkener ist. Man darf nicht einfach so vorbeifahren. Diese Ignoranz und Lieblosigkeit hat mein Menschenbild tief erschüttert.“

Von Kirsten Glatzer

Wie groß ist das Verdienst von Hambührens Bürgermeister Herbst, was den Haushalt des Jahres 2019 angeht? Hat er ein gut bestelltes Feld hinterlassen?

Andreas Babel 07.12.2018
Hambühren Untersuchung in Berlin - Wolf bei Unfall getötet

Bei einem Unfall ist ein Wolf am Freitagmorgen auf der Landesstraße 298 getötet worden. Ob der Rüde aus dem Wietzer Rudel stammt, ist noch unklar.

Christopher Menge 07.12.2018

Der Kleidermarkt in der Auferstehungskirche in Hambühren lockte wieder viel Kundschaft an. Sind die Schnäppchenjäger fündig geworden?

23.11.2018