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Hambühren Schulen reißen Haushalt ins Minus
Celler Land Hambühren Schulen reißen Haushalt ins Minus
12:34 24.02.2012
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. "Ich hatte mir in meinem ersten Jahr als Bürgermeister einen anderen Haushalt gewünscht", sagt Hambührens Verwaltungschef Thomas Herbst. Das kann man verstehen. Denn der parteilose Bürgermeister, seit dem 1. November im Amt, muss einen hochdefizitären Etat durch den Rat bringen. Immerhin: Die Chancen stehen gut. CDU, SPD und Grüne haben im Finanzausschuss Zustimmung signalisiert. Die FDP votierte mit Nein.

Insgesamt kosten der Umbau der Manfred-Holz-Grundschule und der Grundschule Oldau zu Ganztagseinrichtungen mit Mittagsverpflegung knapp vier Millionen Euro. Finanziell stemmen wird die Gemeinde in diesem Jahr zunächst gut 2,2 Millionen Euro, der Rest folgt 2013, legt Kämmerer Dirk Seidler Zahlen vor. Die Bauarbeiten an beiden Häusern könnten in der zweiten Jahreshälfte 2012 beginnen. Auf einen konkreten Termin für den Start der Ganztagsschulen will sich das Rathaus nicht festlegen lassen. Denkbar ist der Beginn des Schuljahres 2013/14.

Um die Kosten zu drücken, hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Verwaltung, Politik, Schulen und Lehrern in dieser Woche abermals getagt, berichtet Herbst. Dort habe man sich zu einer weiteren Einsparung von 300.000 Euro durchgerungen. Das sei gelungen, indem an beiden Schulstandorten auf jeweils einen Raum verzichtet werde, hieß es.

Angesichts der gewaltigen Investition in die Schulen regiert an anderer Stelle der Rotstift. So bekämen beispielsweise die Feuerwehren künftig ein festes Budget, mit dem sie auskommen müssten, sagt Herbst. Auch bei Anschaffungen für Kindertagesstätten sei gekürzt worden. Zudem will die Gemeinde an der Steuerschraube drehen. Die Grundsteuer A bleibt bei 480 Prozentpunkten. Die Grundsteuer B soll um 30 Punkte auf 380 angehoben werden. Bei der Gewerbesteuer ist eine Erhöhung um 40 Punkte auf ebenfalls 380 vorgesehen.

Dass Hambühren in wirtschaftlich recht stabilen Jahren einen stetig wachsenden Schuldenberg auftürmt, dürfte für die Zukunft wenig Gutes erahnen lassen. Zwar steht nicht in jedem Jahr die Einführung von zwei Ganztagsgrundschulen an. Dennoch bleibt unter dem Strich stehen, dass die Gemeinde Jahr für Jahr deutlich mehr ausgibt als sie einnimmt. Die Hambührener Betriebe haben 2011 über zwei Millionen Euro an Gewerbesteuern gezahlt.

In diesem Jahr wird auch in die Erweiterung der Kindertagesstätte Mittelstraße investiert. Neue Räume kosten dort 285.000 Euro. Der Ausbau der Krippenversorgung in der Kindertagesstätte Adlerweg schlägt mit 276.000 Euro zu Buche. 150.000 Euro fließen in die Sanierung der Straßenbeleuchtung.