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Hambühren SoVD gegen Ärztezentrum in Hambühren
Celler Land Hambühren SoVD gegen Ärztezentrum in Hambühren
15:39 29.06.2012
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. Die Hambührener Ortsgruppe des Sozialverbands Deutschland (SoVD) hat das geplante Gesundheitszentrum an der Bundesstraße 214 kritisiert. „Vor allem für Ältere und Behinderte, also gerade für besonders auf Hilfe angewiesene Mitbürger, ist dieses Zentrum kein Gewinn“, sagte die Hambührener SoVD-Vorsitzende Elisabeth Wohlert.

Der Inhaber der Antares-Apotheke, Jens Woost, plant an der Bundesstraße ein großes Gesundheitszentrum mit Allgemeinmedizinern, Fachärzten sowie Dienstleistern verschiedener Heilberufe. Der Investor, der die Gemeindeverwaltung und mehrheitlich die Lokalpolitik hinter sich weiß, verweist auf Vorteile durch die Bündelung medizinischer Kompetenz an einem zentralen Ort. So könnten die Allgemeinmediziner längere Öffnungszeiten anbieten. Außerdem werden Angebote unterbreitet, die es bislang in Hambühren und seinen Ortsteilen nicht gibt. So soll ein Augenarzt aus Celle in Hambühren eine Zweitpraxis einrichten.

Doch die Kritik reißt nicht ab, wie die Äußerungen des SoVD zeigen. Es könne nicht sinnvoll sein, dass zwei Praxen mit Hausärzten aus Hambühren und Ovelgönne „einfach an die B214 übersiedeln“, so Wohlert. „Besonders für die Mitbürger in Oldau und Ovelgönne wäre das dramatisch, zumal der öffentliche Nahverkehr zu wünschen übrig lässt. Auch der Bürgerbus fährt nicht ohne Benzin zum Gesundheitszentrum“, so die Vorsitzende des örtlichen Sozialverbands. Die Kosten müssten die Bürger tragen. Abgesehen davon ist der Bürgerbus derzeit ohnehin noch Zukunftsmusik.

Auch am Verfahren wird Kritik laut. „Warum holen Verwaltung und Politik die Bürger einmal mehr nicht mit ins Boot? Warum wird ein Gesundheitszentrum ohne echte Bürgerbeteiligung geplant? Warum werden die wichtigen Fragen zur Ausgestaltung und zur Einbindung des Gesundheitszentrums in die Infrastruktur von Hambühren hinter verschlossenen Türen verhandelt und entschieden?“, fragt Wohlert. Auch beim umstrittenen Ausbau der Ostlandstraße seien die Bürger außen vor geblieben. Jetzt würden die Einwohner abermals vor vollendete Tatsachen gestellt.