Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren Vodafone bietet Hambührenerin schnelles Internet an – 18 Jahre nach ihrem Tod
Celler Land Hambühren Vodafone bietet Hambührenerin schnelles Internet an – 18 Jahre nach ihrem Tod
12:38 05.07.2018
Von Simon Ziegler
BildunterschriftBildunterschrift Quelle: Fotocredit
Hambühren

HAMBÜHREN. Nur: Elisabeth Grosser ist vor 18 Jahren gestorben. "Meine Mutter wäre in diesem Jahr 113 Jahre alt geworden", sagt ihr Sohn Josef gegenüber der CZ. Seine ganze Verwandtschaft lache über Vodafone, so der 88-Jährige. Und seine Frau Gisela (85) ergänzt: "Das ist doch wirklich lächerlich." Andere würden sagen, ein solcher Brief ist ziemlich geschmacklos. Zumal Vodafone mit dem Fauxpas alleine dasteht, andere Unternehmen oder Behörden schreiben Elisabeth Grosser jedenfalls schon seit vielen Jahren nicht mehr an. "Vielleicht ist noch ein dreiviertel Jahr nach ihrem Tod im Jahr 2000 hin und wieder Post für meine Mutter gekommen. Danach aber nicht mehr", sagt Josef Grosser.

Das Hambührener Ehepaar fragt sich, woher die Daten stammen, mit denen der Telekommunikationskonzern auf Kundenakquise geht. Seine Mutter war nie Kundin bei Vodafone, sagt Josef Grosser. Er und seine Frau haben selbst keine Post bekommen. Interesse am superschnellen Internet haben sie ohnehin nicht.

Hintergrund des Schreibens ist, dass der Mobilfunk- und Internetanbieter in Hambühren ein bestehendes Kabelglasfasernetz ausgebaut hat und jetzt höhere Geschwindigkeiten erreicht. Das neue Angebot macht der Konzern mit den Briefsendungen bekannt – und wirbt somit um neue Kunden. Das derzeit gemeinsam mit dem Landkreis Celle geplante neue Glasfasernetz hat mit dem Anschreiben nichts zu tun.

Bei Vodafone gibt man sich kleinlaut. "Es tut uns leid, wir entschuldigen uns für den Fehler. Eine solche Panne darf natürlich nicht passieren", erklärt Unternehmenssprecher Volker Petendorf. Wie es zu dem Fehler kam, müsse intern noch geprüft werden.

Unternehmen wie Vodafone kaufen von Dienstleistern Datensätze, die sie dann für Kundenwerbung nutzen. Das sei völlig legal und werde auch von anderen Unternehmen oder politischen Parteien so gemacht, führt Petendorf aus. Die Adresse der Grossers komme von einem seriösen Dienstleister, dem solche Missgeschicke sonst nicht unterliefen.

Josef und Gisela Grosser werden in den kommenden Tagen wohl noch einmal Post von Vodafone bekommen. Dieses Mal dürfte es sich aber um eine erfreulichere Sendung handeln. Vodafone hat angekündigt, sich mit einem Präsent entschuldigen zu wollen.

Die Gemeinde Hambühren und die 2. Kompanie des Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillons 2 aus Wietzenbruch wollen eine Patenschaft eingehen. Der Gemeinderat votierte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Gründung der freundschaftlichen Verbindung. "Die Politik steht voll dahinter. Das ist eine gute Voraussetzung", sagte der Ratsvorsitzende Thomas Adasch. Er hatte die Patenschaft angeregt.

Simon Ziegler 03.07.2018

Gleich mehrfach mussten Celler Feuerwehren in den vergangenen Tagen ausrücken, um Waldbrände zu bekämpfen. Am Samstag brannte es in Oldau im Bereich Schwarzer Weg. Gestern kam es zu mehreren Feuern im Gebiet zwischen Lachtehausen und Gockenholz sowie zu einem kleineren Brand auf einer Wiese bei Klein Hehlen. Die Feuer wurden erfolgreich bekämpft und die Polizei versucht nun, die Brandursachen zu ermitteln.

02.07.2018

Bürgermeister-Kandidat Carsten Kranz hat nach dem Votum zu den Straßenausbaubeiträgen in Hambühren die Ratsmehrheit kritisiert. "Das Abstimmungsverhalten zeugt eindeutig von mangelnder Bürgernähe", sagte Kranz. "Während sich im sonst für politische Ränkespiele bekannten, aber im Gegensatz zu Hambühren boomenden Winsen, alle Fraktionen in der Sache letztlich einig waren, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen, haben es Hambührens Volksvertreter nicht geschafft, konstruktiv nach bürgerfreundlichen Lösungen zu suchen", erklärte der parteilose Einzelbewerber.

Simon Ziegler 26.06.2018