Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Hambühren Wann wird Hambührens Schule geschlossen?
Celler Land Hambühren Wann wird Hambührens Schule geschlossen?
18:09 21.01.2014
Von Simon Ziegler
Noch gehen 180 Kinder und Jugendliche in Hambühren zur Schule.   Quelle: Alex Sorokin
Hambühren

HAMBÜHREN. Die Abwanderung hat längst eingesetzt. Im vergangenen Sommer haben etliche Eltern ihre Kinder von der Hambührener Haupt- und Realschule genommen. Vor allem die damaligen Siebtklässler wurden an anderen Schulen angemeldet, in Celle und in Winsen. In die beiden achten Klassen der Realschule gehen jetzt jeweils nur noch elf Schüler. Allein wegen eines Erlasses, dass Schüler in der siebten und achten Stufe in ihren Klassen zusammenbleiben sollen, werden sie nicht in einer Klasse unterrichtet.

An der Haupt- und Realschule lässt sich derzeit beobachten was passiert, wenn auslaufend beschult wird: es wird alles immer weniger. Fünfte und sechste Klassen gibt es nicht mehr, insgesamt werden nur noch 180 Schüler in zehn Klassen unterrichtet. Zu Hochzeiten waren mehr als 400 Schüler an der Versonstraße. Der Schulelternratsvorsitzende Roman Rheinsberg glaubt, dass die verbliebenen Achtklässler im Sommer alle die Schule wechseln werden. Denn in der neunten Klasse müssen sie sich für einen schulischen Schwerpunkt entscheiden. Den dürften die meisten dann lieber gleich an der neuen Schule wählen.

Rheinsberg hält es sogar für wahrscheinlich, dass der Schulvorstand im Sommer beschließt, dass es pädagogisch nicht mehr sinnvoll ist, den Unterricht fortzusetzen. Im Klartext: Dass die Schule geschlossen werden soll. Es sei denn, es wird doch noch eine Außenstelle der Celler Gesamtschule eingerichtet, wie er das im Rahmen der Fusionsdiskussion von Celle und Hambühren ins Spiel gebracht hatte. Doch das ist keineswegs zu erwarten, trotz der Zustimmung von Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende.

Bislang hieß es, die Schule werde 2015 oder 2016 geschlossen. Hambührens Schulleiter Rudolf Alker rechnet indes mit einer weiteren Abwanderung im Sommer. „Es stellt sich die Frage, inwieweit es sinnvoll ist, eine Schule mit 70 oder 80 Schülern aufrecht zu erhalten“, sagt er. Alker fordert den Landkreis auf, das Datum der Schließung festzulegen. „Alle Beteiligten an der Schule erwarten zu Recht, was nun wird“, sagt er. Der Schulleiter erklärt zudem, dass der Landkreis die Zusage gegeben habe, dass zum Halbjahreswechsel eine Entscheidung falle.

Davon will Reinhard Toboll, Schulamtsleiter beim Landkreis, nichts wissen. Diese Zusage habe es nicht gegeben, sagt er. In Kürze werde der Kreis ein Gespräch mit der Landesschulbehörde führen. Letztlich wird der Celler Kreistag entscheiden, wann die Einrichtung geschlossen wird. Toboll schätzt die Lage „nicht so dringend“ ein, dass das Ende bereits in diesem Sommer ansteht. Anders sähe es aus, wenn neue Informationen auf den Tisch kämen, betont er.

Die Nachnutzung des mit 3,75 Millionen Euro sanierten Schulgebäudes an der Versonstraße ist ebenfalls noch nicht geklärt. Nachdem zunächst die Unterbringung der beiden Hambührener Grundschulen und danach der Umzug der Paul-Klee-Förderschule an die Versonstraße gescheitert sind, wird inzwischen über ein Förderzentrum nachgedacht. Die Idee sieht vor, dass Kinder mit Einschränkungen, die im Rahmen der Inklusion inzwischen an Regelschulen unterrichtet werden, von Zeit zu Zeit in Hambühren betreut werden, wenn es pädagogisch notwendig ist.

Gleichwohl wäre die Einrichtung dann die meiste Zeit eine Schule ohne Schüler. Jedenfalls wird das Förderzentrum kaum die kompletten Schulgebäude beanspruchen. Es sieht so aus, dass in Hambühren ein Millionengrab entsteht.