Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bröckel 15-Jähriger ist weltbester Goldwäscher
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel 15-Jähriger ist weltbester Goldwäscher
19:18 18.08.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Der fünfzehnjährige Robin Hartmann aus Bröckel kehrt mit einem Weltmeistertitel und einer Bronzemedaille von der Goldwasch-Weltmeisterschaft aus Moffat in Schottland zurück. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Bröckel

BRÖCKEL. Ende des 17. Jahrhunderts lockte er viele Auswanderer in die Ferne, zahlreiche Filme wurden darüber gedreht, Charlie Chaplin nahm sich 1925 dem Thema an: der Goldrausch. Obwohl heutzutage nur noch selten Gold gefunden wird, geschweige denn viele tausend Menschen ihre Arbeitsplätze aufgeben, um samt Familie den Verheißungen des Goldes zu folgen, ist das Goldfieber immer noch nicht gänzlich verschwunden.

Für den ehrgeizigen Bröckeler Robin Hartmann ist das Goldwaschen ein anspruchsvolles Hobby. Der 15-Jährige kehrte von der Goldwasch-Weltmeisterschaft aus Moffat in Schottland mit einem Weltmeistertitel und einer Bronzemedaille zurück. Damit ist er der erfolgreichste Goldwäscher des deutschen Teams, das mit 20 Teilnehmern bei der Weltmeisterschaft vertreten war und insgesamt sechs Medaillen erringen konnte. Bei typisch regnerischem schottischen Sommerwetter bestritten fünf Tage lang rund 450 Teilnehmer aus 21 Nationen in verschiedenen Kategorien ihre Ausscheidungswettkämpfe. Am letzten Tag der Weltmeisterschaft standen sich die jeweils 30 besten Goldwäscher jeder Kategorie im Finale gegenüber. Zusammen mit seinen beiden Teampartnern Pit Mehlhorn und Uwe Kleinschmidt gewann er im Dreier-Teamwettbewerb die Bronzemedaille.

In der Kategorie Junioren qualifizierte sich Robin ebenfalls für das Finale der besten 30 Nachwuchsgoldwäscher. Wirklich nervös war er während der Entscheidung nicht. „Mittlerweile war ich schon auf so vielen Wettkämpfen, dass ich mich an alles gewöhnt habe“, erklärt Robin. Entspannt und souverän ging er an die Herausforderung heran. In einer Zeit von 1:16,73 Minuten wusch er alle elf im Sand verborgenen Goldstückchen heraus und sicherte sich damit – nach dem Gewinn des Europameistertitels der Junioren im vergangenen Jahr – auch den Weltmeistertitel in dieser Kategorie.

Der Bröckeler kam durch seinen Vater zu der eher ungewöhnlichen Freizeitbeschäftigung. „Wir haben zu Hause ein extra Becken, in dem man das Auswaschen üben kann“, erzählt Robin. Wer meinen könnte, nach der Weltmeisterschaft in Schottland sei erst einmal Pause, der irrt. Gestern brach die Familie Hartmann zur Holländischen Meisterschaft auf. Robin ist auch dieses Mal nicht nervös: „Mal sehen, was passiert.“ (als)