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Bröckel Ausgelassene Stimmung bei Prunksitzung in Bröckel (mit Bildergalerie)
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Ausgelassene Stimmung bei Prunksitzung in Bröckel (mit Bildergalerie)
19:08 15.02.2015
Prunksitzung des Bröckeler Karnevalsvereins Quelle: Alex Sorokin
Bröckel

BRÖCKEL. Selbst „der Papst“ ließ es sich nicht nehmen, bei der ersten Prunksitzung des Bröckeler Karnevalsvereins am Freitagabend dabei zu sein. Von seinem Ehrenplatz in der ersten Reihe verfolgte er – im Kreise eines halben Nonnenklosters – das Geschehen auf der Bühne, das mit „Wollen wir sie reinlassen?“ und dem anschließenden feierlichen Einmarsch von Präsidentin Monika Krüger und ihrem Gefolge seinen Lauf nahm.

"Bröckel hopp": Ein echter Höhepunkt im Celler Karneval ist die Prunksitzung in Bröckel. Drei Stunden lang unterhielten Funken, Tanzmariechen und das heimische Staatsballett das bestens gelaunte Publikum. -

So keusch wie im Kloster ging es allerdings nicht zu. Am Vorabend des Valentinstages gönnten sich die Protagonisten des „weltbesten Karnevals hier in Bröckel“ das Vergnügen, ihr Publikum im gut gefüllten Festsaal mit erotischen Anspielungen und entsprechendem Anschauungsmaterial zu erbauen. So erläuterte Manuel – schwarze Jeans mit Hosenträgern, Schirmmütze auf dem Kopf und Tätowierung auf dem Arm – die Bedeutung von Viagra für den Schutz von Nashörnern und Robben und gab Tipps, wie sich das männliche Fortpflanzungsorgan am besten in Szene setzen lässt. Frivol auch die Botschaft des Männerballetts ein paar Nummern später: „Rock mi heut Nacht“, vorgetragen und vorgetanzt – Schuhplatteln inklusive – von strammen Kerls in Lederhosen und kessen „Madeln“ mit Dirndl und Zöpfen.

Auch sonst war viel los auf der Bühne: Bröckeler Funken in blau-weiß-goldenen Uniformen, Bergener Tanzmariechen in Shorts und sportlichen Tops, das „Bröckeler Staatsballett“ mit lila Hüten und Krawatten, tanzende Säcke, Skelette, Zwerge sowie Polizisten mit Sonnenbrillen, die sich in Hippies verwandelten und das Publikum dazu animierten, doch mal „komplett auszurasten“. Das tat es zum Glück nicht, so dass Stühle und Bänke diesmal heil blieben, was keineswegs immer der Fall ist in der fünften Jahreszeit in Bröckel. Dennoch: je weiter hinten im Saal, desto ausgelassener die Stimmung.

Als echter Gassenhauer erwies sich die Neuinterpretation des Helene-Fischer-WM-Hits durch die Biernasen Nadine, Silvia und Diana. Mit „Hackevoll durch die Nacht“ brachten die drei das Publikum in Fahrt. Zum Mitsingen animierte auch eine Hommage an Udo Jürgens, dargeboten von Engel Philipp im Bademantel: „Aber bitte mit Sahne“, „17 Jahr, blondes Haar“ und „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, woraufhin Bürgermeister Heiner Behrens, der gerade letztgenanntes Alter erreicht hat, einen Orden erhielt.

Doch es gab auch leisere Töne: einen „Brief am Valentinstag“ oder das in schlichten braunen Kutten zu Flöte und Gitarre vorgetragene Lied: „Jesus, Jesus, du warst echt okay ...“. Eine plattdeutsche Einlage gaben „Stine & Erwin“, und die Lehrerinnen Moni und Elke ließen den ganzen Saal an ihren Pausengesprächen auf der Schultoilette teilhaben. Originell und witzig auch der „Lebenshilfe-Song“ der „Bröckeler Spatzen“.

Mit einem großen Finale mit allen Akteuren auf der Bühne, einem dreifachen „Bröckel hopp!“, einer Polonaise durch den Saal und platzenden Luftballons ging die Sitzung nach drei kurzweiligen Stunden zu Ende.

Von Sonja Richter