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Bröckel Bröckel hopp: Jeckenparade der Extraklasse
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Bröckel hopp: Jeckenparade der Extraklasse
02:17 12.02.2018
Quelle: Ines von Frantzius
Bröckel

BRÖCKEL. Als hätten die Kölner Jecken eine Dependance im norddeutschen Flachland, weitab der Metropolen eröffnet, hat es den Anschein, sobald das Vorzelt für den Einlass hinter dem Besucher liegt und der Vorhang zum Saal des Gasthauses „Zur Post“ den Blick freigibt auf einige Hundert Narren mit oder ohne Kappe oder Glitzerhut. Der offizielle Startschuss um 20:11 Uhr ist noch nicht gefallen, aber das Stimmungsbarometer zeigt schon Werte im oberen Bereich an. Dann gibt Manuel den Startschuss: "Aufstehen, Springen, Tanzen, Ausrasten", ruft er ins Publikum. "Wir feiern den einzigen guten, richtigen, echten Karneval."

Die Bühne, die sich hinter dem zweiten Vorhang des Abends auftut, ist klein, bedient sich mancher Behelfslösung und ist Schauplatz von enormem Einfallsreichtum und Originalität, ohne auf die Attribute der klassischen Jeckenparaden zu verzichten. Die Funken stemmen die Arme in die Hüften, werfen die Beine zum Radetzky-Marsch, der Vorstand verleiht Orden, hält Ansprachen, im Wechsel ertönen zur Belohnung für eine gute Performance Tusch oder der vereinseigene Schlachtruf – und doch ist bei diesem Karneval alles anders. Ein stetiges Augenzwinkern gegenüber manchem Ritual der Fünften Jahreszeit liegt über den Auftritten der Vereinsmitglieder und auch ihrer Bergener Gäste.

Auf Büttenreden wird verzichtet, Stine und Erwin beschwören auf Platt alte Zeiten, als vor der samstäglichen Hitparade ein Familienmitglied nach dem anderen in die Badewanne stieg – in dasselbe Wasser wohlgemerkt –, und Trude philosophiert ein wenig über den Reiz von Kreuzfahrten, ansonsten wird in den Showacts gesungen und getanzt – und das mit einer Rasanz, die schwindlig werden lässt. Eine Darbietung jagt die nächste, gerade ist das Männerballett – über ein solches verfügt die Dorfgemeinschaft neben der Staatsformation auch noch – in Unterhose zu weißen Socken und auf Straßenschuhen von der Bühne abgegangen, steht die Ablösung in Boxershorts, Kniestrümpfen und mit gelbem Quietscheentenkopf schon bereit. „Ich bin ein Dorfkind, darauf bin ich stolz, was kann es Schöneres geben?“, intoniert der kreative Nachwuchs eine Nummer später in Ballettrock oder Unterhose und verleiht dem Miteinander von Alt und Jung schunkelnden Ausdruck. Immer wieder hakt sich zwischendrin die zuschauende Menge ein und wiegt sich zu den Klängen der Musik. Steigen kann die Stimmung nicht, sie ist fast von Beginn an auf dem Höhepunkt und hält den Level.

Alle Akteure teilen sich die Bühne mit dem Vorstand, der den Background bildet und dessen Präsidentin, Monika Krüger, mit ihrer pointierten und coolen Moderation den Grundton für die gesamte Veranstaltung vorzugeben scheint. Ein dreifaches „Bröckel hopp“ ist ihnen sicher. Allerdings wären die Bröckeler nicht die Bröckeler, hätten sie ihrem Slogan nicht einen Ruf hinzugesellt, der mit den „Tollen Tagen“ rein gar nichts zu tun hat, sondern einem Quiz aus grauer Vorzeit, „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal, entlehnt ist. Während der Prunksitzung wird immer wieder der Satz skandiert, der die Art, wie dieses Dorf Karneval feiert, in drei Worte fasst: „Das war spitze!“.

Von Anke Schlicht

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