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Bröckel Bröckeler Arzt Dr. Hans-Georg Ratsch-Heitmann geht in Ruhestand
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18:02 31.03.2017
Der Bröckeler Allgemeinmediziner Dr. Hans-Georg Ratsch-Heitmann hat in 36 Jahren seine Praxis zu einem kleinen Imperium ausgebaut. Heute geht er in den Ruhestand und übergibt die Verantwortung an seine sieben Kollegen. Quelle: Oliver Knoblich
Bröckel

BRÖCKEL. Nicht nur aus dem Celler Raum suchen Patienten die Praxis auf, auch über die Kreisgrenzen hinaus genießen die Bröckeler Ärzte einen guten Ruf. "Manche Patienten fahren bis zu 70 Kilometer", erzählt Dr. Elena Hutter, die seit 1993 gemeinsam mit Ratsch-Heitmann praktiziert. Die heutige Größe und den Erfolg der Praxis führt die Ärztin auf Ratsch-Heitmanns visionäre Natur zurück: "Er war sehr vorausschauend."

Schon früh absolvierte der Bröckeler Mediziner diverse Fortbildungen, unter anderem zu Chirotherapie, Ernährungsberatung und Akupunktur. Darüber hinaus führte er lange Öffnungszeiten von 7 bis 19 Uhr ein, um berufstätigen Patienten entgegenzukommen. "Und um den Patienten etwas zu bieten", ergänzt Internistin Sylke Freund, die seit Januar 2013 das Ärzte-Team verstärkt.

Neben der Patientenversorgung optimierte Ratsch-Heitmann auch die internen Abläufe. Schon 1991 wurde die Praxis "papierlos". Noch bevor Qualitätsmanagement in der Medizin überhaupt öffentlich diskutiert wurde, hatte es der Bröckeler Arzt schon eingeführt. Außerdem hielt er Patienten in einer Praxiszeitung über Neuerungen auf dem Laufenden.

Auch außerhalb der Bröckeler Praxisräume brachte sich Ratsch-Heitmann ein und setzte Impulse: Ob als Kreistagsabgeordneter der CDU, als stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat des AKH Celle oder als Mitglied im Tennis- und Heimatverein sowie im Schützenkommitee – dem Vater von vier Kindern wird so schnell nicht langweilig. Entspannung findet er bei der Gartenarbeit, beim Segeln, Radfahren. Ehefrau Heike hält ihm den Rücken frei.

Seine Kolleginnen Elena Hutter und Sylke Freund finden durchweg positive Worte für den scheidenden Gründer. "Man sieht ihn nur mit einem Lächeln im Gesicht. Ihn bringt kaum etwas aus der Ruhe", sagt Freund. "Er war das Gehirn der Praxis", fügt Hutter hinzu. "Nicht nur ein sehr guter Mensch, sondern auch ein guter Manager."

Ratsch-Heitmann ist seinen Patienten stets auf Augenhöhe begegnet. Bedingt durch den dörflichen Charakter duzte man sich nicht nur auf dem Schützenfest, sondern auch in den Behandlungsräumen. Das familiäre Klima wirkte sich auch positiv auf die Zusammenarbeit der Mitarbeiter aus, die – obwohl formal zwei Gemeinschaftspraxen – das Team-Gefühl leben.

"Der Patient ist König", fasst Hutter zusammen. Gemäß dieses Leitspruchs hat auch Ratsch-Heitmann seinen Beruf ausgeübt. "Er hat immer das Wohl des Patienten in den Mittelpunkt gestellt und für eine optimale Versorgung gewährleistet", beschreibt Hutter ihren scheidenden Kollegen. "Das wollen wir bewahren." Als Nachfolger verstärkt Dr. Björn Deblitz das Ärzte-Team.

Von Amelie Thiemann