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Bröckel Das Erbe des Musketier Cammann aus Bröckel
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16:51 26.03.2017
Von Christian Link
Volker Riedel zeigt das Erinnerungsbild des Musketiers Cammannund einen typischen Reservistenkrug des 77er Regiments um 1900. Quelle: Christian Link
Bröckel

BRÖCKEL. „Für einen Bauernjungen aus der Heide, der ja nie aus seinem Dorf herausgekommen ist, war der Militärdienst etwas ganz Besonders. Die mussten nicht zum Militär, die sind gerne gegangen“, weiß Hobby-Militärhistoriker Karl Geiger. Die Wehrpflichtigen hätten sich mithilfe von sogenannten Reservistika gerne an ihre Dienstzeit erinnert. „Da sich jeder einen Krug, ein Bild oder einen Stab gekauft hat, war das ein großes Geschäft“, sagt Geiger. Die Erinnerungsstücke waren nicht billig. Die Kosten für einen Reservistenkrug konnten den Monatssold eines Soldaten deutlich übersteigen.

Musketier Cammann, der in der 7. Kompanie des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77 (Heideregiment) diente, dürfte als einfachster Dienstgrad etwa 6,60 Mark verdient haben. Über seine weitere militärische Laufbahn ist nichts bekannt. Sein Enkel, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, kann allerdings berichten, dass der 1978 verstorbene Großvater in Belgien gekämpft habe.

Militärische Aufzeichnungen über den Soldaten Cammann dürfte es vermutlich nicht geben. Die Ehre einer namentlichen Erwähnungen in den offiziellen Unterlagen wurde in der Regel nur Offizieren zuteil. Eine Ausnahme machte das kaiserliche Heer nur bei Todesfällen: Im Ehrenbuch des 77er Regiments sind insgesamt 5200 im Ersten Weltkrieg gefallene Regimentsangehörige namentlich erwähnt – obwohl die Maximalstärke des Regiments immer nur 2000 Mann betrug. „Das Regiment wurde nach den großen Verlusten mehrfach wieder aufgefüllt“, erklärt Riedel.