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Bröckel "Familien sind richtig kleine Unternehmen"
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel "Familien sind richtig kleine Unternehmen"
11:30 30.12.2011
Nudeln machen alle gl¸cklich: Dorfhelferin Antje Sonnenberg (rechts) hat gekocht und Mattis (vorne im Kinderstuhl), Mutter Petra, Jannik, Fabian, Jasmin, Sarah und Dominik (beide verdeckt) lassen es sich schmecken. - Quelle: Lothar H. Bluhm
Bröckel

Im Haus duftet es lecker nach frischen Kräutern und Gewürzen und in dem großen Topf blubbern die Nudeln vor sich hin. Aus Thymian, Lorbeer, frisch gehackter Petersilie, Salz, Pfeffer, Paprika, Hackfleisch und Tomaten hat Antje Sonnenberg gerade eine Bolognese zubereitet, die jetzt gut ist. Die langen dünnen Spaghetti werden abgegossen und in eine Schale umgefüllt. Dominik, Sarah, Jasmin, Yannik und Fabian sitzen schon gemeinsam am Tisch, der 18 Monate alte Mattis wartet in seinem Kinderstuhl, als sich auch Petra Jablonski hinsetzt und Dorfhelferin Antje Sonnenberg am Esstisch in der großen Wohnküche Platz nimmt. - Es ist halb zwei und es wird gegessen im Hause Jablonski.

Schon seit halb acht ist Antje Sonnenberg in Hermannsburg. Sie fährt die Strecke bei jedem Wetter, fünfmal in der Woche. Sonnenberg ist Dorfhelferin, und die achtköpfige Familie wartet auf ihre Unterstützung, denn Petra Jablonski hat ihren Entbindungstermin Ende Dezember und muss sich nach ärztlicher Beurteilung schonen.

„Familien sind ja eigentlich richtig kleine Unternehmen, die ein Multitalent an der Spitze erfordern“, beschreibt Sonnenberg Strukturen. „Fällt die Managerin aus, bieten wir Dorfhelferinnen professionelle Unterstützung.“ Für die Zeit der Abwesenheit führen sie den Haushalt, wenn Kinder unter zwölf Jahren in der Familie leben.

Die Koordination der qualifizierten Haushaltshilfen übernehmen die Einsatzleitungen der Dorfhelferinnen-Stationen vor Ort. Ann-Katrin Berkhan in Bröckel zum Beispiel kümmert sich um den Bereich Celle. „Wir sind mit insgesamt 37 Dorfhelferin-Stationen in ganz Niedersachsen für die Familien da. – Auf dem Lande ebenso wie in der Stadt.“ Acht bis zehn langfristige Einsätze im gesamten Kreisgebiet werden von Berkhan veranlasst, wenn die Kostenfrage geklärt ist. „Die landwirtschaftlichen Kassen und die Krankenkassen übernehmen generell die Kosten“, weiß Berkhan und nennt Krankheit, Kur, Schwangerschaft und Entbindung sowie gesundheitliche Vorbeugung oder auch einen Kur- oder Krankenhausaufenthalt eines Kindes oder andere besondere Notfälle oder gar Tod als Gründe für den Einsatz.

„Es hat sich zwischen uns ein sehr enges Verhältnis entwickelt“, lobt Petra Jablonski ihre Dorfhelferin: „Antje gibt mir sehr viel und wir sprechen viel miteinander.“ Da hilft dann auch der kleine Mattis beim Teigkneten mit. Am Nachmittag ist Keksebacken angesagt.

Von Lothar H. Bluhm