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Bröckel Grüne gegen Kahlschlag in Naturschutzgebiet bei Bröckel
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Grüne gegen Kahlschlag in Naturschutzgebiet bei Bröckel
16:00 09.08.2017
Von Simon Ziegler
Die Politik sprach sich im Umweltausschuss für eine neue Naturschutz-Verordnung im Bohlenbruch aus. Quelle: Oliver Knoblich
Bröckel

Der Bohlenbruch ist – wie das Lünsholz bei Unterlüß und das „Quell- und Durchströmungsmoor mit Kleingewässern bei Dalle“ sowie andere Gebiete im Celler Land – bereits durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU Teil des ökologischen Netzes „Natura 2000“. Dadurch sollen europaweit natürliche Lebensräume sowie wildlebende Tiere und Pflanzen erhalten werden. Der Landkreis Celle ist verpflichtet, die von der EU anerkannten FFH-Gebiete zu geschützten Teilen von Natur und Landschaft zu erklären. Das gilt auch für den Bohlenbruch. Anders gesagt: Die EU fordert, dass die FFH-Gebiete in Landesrecht überführt werden. Die Bürger bekommen somit klare Regeln, was man vor Ort tun darf und was nicht.

Gerald Sommer begründete sein Nein am Dienstag damit, dass "wir Kahlschläge im Bohlenbruch nicht für nötig halten". Hintergrund ist nach Angaben von Kreisrat Gerald Höhl, dass in der neuen Verordnung den Waldbesitzern grundsätzlich die Möglichkeit zu einem Kahlschlag gegeben werden soll, wenn es ökologisch sinnvoll ist. Höhl versicherte gegenüber der Celleschen Zeitung, dass im Bohlenbruch kein Abholzen von Wald geplant ist.

Eine Diskussion entwickelte sich im Umweltausschuss auch um die Frage der Vernässung. "Wenn wir nicht wieder vernässen, handelt es sich um Pseudo-Naturschutz", kritisierte Sommer. Seine CDU-Kollegin Susanne Führer verwies hingegen darauf, dass die Wiedervernässung dazu führen könne, dass "kein grünes Blatt mehr wächst". Es sei ein Irrglaube, dass Bäume es überlebten, wenn eine Vernässung vorgenommen werde. Nach Aussage von Höhl handelt es sich beim Bohlenbruch um teilweise sehr feuchtes Gebiet. "Es gilt, die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie zu finden", sagte er. (siz)