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Bröckel Gruppen bereiten sich auf Schützenfest in Bröckel vor
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Gruppen bereiten sich auf Schützenfest in Bröckel vor
10:41 30.07.2014
Mehr wird bis Sonntag nicht gezeigt vom Festwagen, den Jürgen-Karl Oelke und seine Freunde in den vergangenen Monaten hergerichtet haben. Quelle: Alex Sorokin
Bröckel

BRÖCKEL. Alle drei Jahre wird in Bröckel Schützenfest gefeiert – dann aber richtig. Und spätestens am Sonntag beim Königsfrühstück wissen alle, womit Freundeskreise und Gruppen in den vergangenen Monaten ihre Zeit verbracht haben. Denn im Verborgenen wurden die Festwagen entworfen, Material organisiert und Kostüme geschneidert. Am Sonntag wird das Geheimnis gelüftet und spätestens beim großen Festumzug nach dem Frühstück kann ganz Bröckel das Ergebnis begutachten.

„Die Planung läuft seit einem Jahr“, sagt Jürgen-Karl Oelke. Vorgaben für Festwagen und Kostüme gibt es nicht. Jeder macht, was er möchte, es darf nur nicht zu vulgär sein oder eine Person über Gebühr ins Visier nehmen. Und es sind Sicherheitsauflagen einzuhalten. Auf den Wagen ist eine Brüstung von 90 Zentimeter Höhe Pflicht, es muss Sitzgelegenheiten geben, der Aufstieg darf nur von hinten über eine Leiter erfolgen und eigentlich darf an Bord auch kein Alkohol getrunken werden.

Zum Thema seiner Gruppe in diesem Jahr will Oelke eigentlich nur verraten, dass es eher das Gegenteil von Hochsommer zum Inhalt hat. Bei den Kostümen sei aber durchaus Rücksicht auf die erwarteten Temperaturen genommen worden. Der Wagen, ein alter Lkw-Anhänger, musste nach seinen Worten gar nicht so stark umgebaut werden, er erhielt allerdings eine typische Form und eine neue Lackierung war notwendig. Der Anhänger hat schon drei Schützenfest-Einsätze in Bröckel hinter sich, er wurde auch schon nach Nienhagen zum Hache-Umzug oder zum Schützenfest in Bockelskamp ausgeliehen.

Oelkes Gruppe besteht aus sechs Paaren, am Sonntag werden zudem auf dem Wagen drei Kinder mitfahren. Die anderen Sprösslinge sind inzwischen so groß, dass sie schon bei den Fußtruppen mitmarschieren. Auch für Oelke und seine Freunde ist es bereits das vierte Schützenfest, auf das sie sich gemeinsam vorbereiten. Treffen sie sich zur Arbeit, ist aus jeder Familie wenigstens einer dabei. Es wird nicht verbissen geschuftet, es ist auch Spaß dabei, es gibt etwas zu trinken und es wird auch mal der Grill angeheizt. Über den Daumen schätzt der Schützenfest-erprobte Bröckeler, dass im Wagen etwa 70 Stunden Arbeit stecken, in den Kostümen sicherlich genauso viel.

Über das gemeinsame Treiben darf nichts nach außen dringen. Vor dem Schützenfest wird in aller Heimlichkeit in Garagen und Scheunen gewerkelt, Remisen sind mit Laken verhüllt. Oelke schätzt, dass am Sonntag etwa 25 Gruppen am Umzug teilnehmen. Wie viele es genau sind, weiß vorher nur Mario Schmidt, denn der meldet die Fantasie-Fahrzeuge bei der Versicherung an.

Das Dorf ist geschmückt, am morgigen Donnerstag steigt die Schützengesellschaft Bröckel-Wiedenrode in das Festgeschehen ein. Nach den Kranzniederlegungen an den Ehrenmalen in Bröckel und Wiedenrode findet ein Umtrunk am Feuerwehrhaus statt. Am Freitag werden Jugendkönig und Preisscheibe ausgeschossen, am Abend wird auf dem Rautheimer Platz die Eicklinger Schützengesellschaft empfangen, Tanz schließt sich an.

Nach dem Königsfrühstück am Samstag wird am Schießstand um die neue Königswürde gerungen. Um 14 Uhr beginnt in der Schule die Kriegsgerichtsverhandlung, um 15 Uhr gibt es Kinderbelustigung im Festzelt. Um 19 Uhr wird der neue König proklamiert und anschließend die Scheibe angebracht. Tanz schließt sich an. Nach dem Königsfrühstück am Sonntag beginnt um 12.30 Uhr der Bunte Festumzug, abends ist Tanz und gegen Mitternacht marschiert die Schützengesellschaft zum Königshaus.

Von Joachim Gries