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Bröckel „Heiße Woche“ für SoVD Ortsverband Bröckel und Landfrauen im Spreewald
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel „Heiße Woche“ für SoVD Ortsverband Bröckel und Landfrauen im Spreewald
09:36 14.10.2016
Bröckel

Auch Gäste aus Ohof, Wathlingen, Eicklingen und sogar Hamburg schlossen sich der Gruppe an. Bei Temperaturen über 30°C und knallblauem Himmel wurde ein straffer Programmverlauf wahrgenommen.

Nach langer und anstrengender Busfahrt kam die Kahntour in Leipe (Ausgangspunkt für die Fahrten durch den Spreewald) gerade gut gelegen. Auf ruhigem Gewässer ging es durch die schattige und urwüchsige Natur der Wälder.

Auffällig waren hier die ungepflegten und unbewirtschafteten Felder um den Wald herum. Durch die Stadt- und Landflucht junger Menschen nach der Grenzöffnung, herrscht eine Überalterung der Bevölkerung in den neuen Bundesländern.

Dieses führt leider auch zu einem „Stakersterben“ (Staker sind die Kahnfahrer).

Es ist ungewiss, wie lange noch Bootstouren durch diese schöne Landschaft angeboten werden können. Abends wurde im Hotel eingecheckt und sich für den nächsten Tag mit einem Buffet gestärkt.

Am zweiten Tag führte ein ortskundiger Reiseleiter die Gruppe durch die Lausitzer Seenlandschaft (entstanden durch die Flutung ehemaliger Tagebaubetriebe).

Heute ist sie die größte, von Menschenhand geschaffene, Wasserfläche Europas.

Bis zum Jahr 2020 wird das Naherholungsgebiet mit Campingplätzen, Jachthafen

und Badestränden weiterhin gestaltet. Allerdings hat durch Altlasten von Chemikalien und Abraum auch ein großes Fischsterben eingesetzt. Noch sind die Behörden zuversichtlich, dieses Problem bis dahin in den Griff zu bekommen.

Anschließend wurde die Altstadt von Bautzen und die Senfmanufaktur besichtigt.

Unter ortskundiger Führung ging es am dritten Tag nach Görlitz, der geschichtsträchtigen Stadt an der Neiße. Eine Besonderheit dieser Handelsstadt sind die „Gulfhäuser“. Große und verzierte Eingangstüren ermöglichten das Wohnen mit den Tieren und so hatten auch die Pferde „Zutritt“.

Jährlich erhält die Stadt einen Betrag von einer Million Euro, eines anonymen Spenders aus Österreich, zur Sanierung der Häuser. Wie sich deutlich im Stadtbild zeigt, ist schon viel erreicht worden. Ein erholsamer Gang durch den Schlosspark in Bad Muskau (UNESCO Weltkulturerbe) rundete diesen Urlaubstag ab.

Nach dem Frühstück wurden am vierten Tag schon wieder die Koffer gepackt.Mit dem Gepäck an Bord reisten die Urlauber nach Cottbus zur geführten Stadtrundfahrt.

Der Reiseleiter verwies wieder auf den demagogischen Wandel in der Bevölkerung.

Viele Plattenbauten wurden gedankenlos abgerissen. Die noch verbliebenen werden jetzt in der Höhe zurückgebaut und altersgerecht saniert. Zu DDR Zeiten gab es ca. 300 Krankenschwestern, die mobil mit ihren „Schwalben“ (Kleinkrafträdern) in Stadt und Land unterwegs waren, um die Menschen medizinisch zu versorgen. Zur Zeit versehen nur noch ca. 150 mobile Pflegekräfte ihren Dienst am Nächsten, deshalb mangelt es auch hier an medizinischer Versorgung – vor allem auf dem Land. Auch stehen zahlreiche „Kuckuckshäuser“ zur Zwangsversteigerung an. Nach der Wende haben sich etliche Eigentümer finanziell übernommen, um ihre Heime mit allem erdenklichen westlichen Luxus auszustatten. Die Banken haben das Geld sehr gern gegeben, wollen es aber auch (natürlich mit Zinsen) wieder haben.

Dieser kapitalistische Vorgang schien vielen nicht ganz klar gewesen zu sein...!

Einen schönen Abschluss bildete der Besuch von Park Branitz.

Dieser, von Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestaltete Landschaftspark, wurde auch zu seiner letzten Ruhestätte. Das Wahrzeichen des Parks bilden eine Erd- und eine Seepyramide, die seine Überreste verwahren.

Auf der Rückfahrt durch das schöne Spreewaldgebiet gab es dann in Lübbenau leider noch einen kleinen Zwischenfall. Der Reiseleiter hatte die Anmeldung der Gruppe an der Fischbude vergessen, so kamen nur die sechs Schnellsten zu ihrem begehrten Fischbrötchen. Die übrigen Teilnehmer versorgten sich mit Kuchen, Schokoriegeln, und allem, was der Kiosk sonst noch hergab - verhungert ist also niemand.

Das Kaiserwetter begleitete die Urlauber bis in den Raum Magdeburg hinein.

Dort schlug die Witterung um, der Himmel öffnete seine Schleusen und die Urlauber wurden mit Dauerregen in der Heimat empfangen.

Von Sabine Gorgas