Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bröckel NDR sendet "plattdüütschen" Bröckeler Gottesdienst
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel NDR sendet "plattdüütschen" Bröckeler Gottesdienst
17:51 28.10.2016
Plattdeutsch ist für die gebürtige Ostfriesin Anita Christians-Albrecht nicht nur ein Heimatdialekt. Die Mundart transportiert Emotionen. Quelle: Hartwig A. Braun
Bröckel

BRÖCKEL.Für die Bröckler Ohren ist die plattdeutsche Predigt keine Neuheit mehr, denn Christians-Albrecht hat bereits in der Vergangenheit im norddeutschen Dialekt von der Kanzel gesprochen. Für die gebürtige Ostfriesin ist das auch gar kein Problem, denn sie ist mit der Sprache aufgewachsen. Ihre Leidenschaft für den norddeutschen Dialekt lebt sie nicht nur in ihrer Gemeinde in Bröckel aus, sondern ist zudem auch noch Plattdeutschbeauftrage der evangelischen Landeskirche in Hannover. Doch auch die Verbindung zwischen Kirche und Radio ist für die Theologin kein neues Konzept. Radio-Hörer werden die Pastorin aus „Dat kannst mi glööven“ auf NDR1 Niedersachsen kennen, wo sie die redaktionelle Arbeit der plattdeutschen Radioandachten begleitet.

„De Dreih kregen“ bezieht sich auf Martin Luthers Wendung vom furchtsamen jungen Priester, der „die Kurve kriegte“ und sich durch einen Bibelvers von seinen Ängsten befreite. Ebensolche Wendepunkte im Leben, wie sie Luther 1517 erlebte, sollen im Fokus des Gottesdienstes stehen. Der Posaunenchor und der gemischte Chor werden den Gottesdienst musikalisch begleiten. Zudem wird Wilfried Staake mit Eigenkompositionen und Interpretationen bekannter Choräle auf der Gitarre zu hören sein. Der 61-Jährige hat sich seit über 15 Jahren auch als plattdeutscher Liedermacher einen Namen gemacht. „Besonders das Zusammenspiel der vielen Beteiligten ist spannend“, so die Pastorin, „doch auch herausfordernd.“ Denn der Gottesdienst ist minutiös geplant. „Die Radioübertragung endet nach einer Stunde. Es wäre schade, wenn die Übertragung dann mitten im Satz endet“, erläutert die Theologin.

Entgegen aller Nervosität und Aufregung seien die Bröckler nicht aus der Ruhe zu bringen und fiebern ihrem Beitrag entgegen. Gut zwei Monate haben die Vorbereitungen für den Radiogottesdienst gedauert. Den Gottesdienst auf plattdeutsch zu halten, habe für die Pastorin auch theologische Gründe. „Es ist eine konkrete Sprache, da wird nichts hinter Floskeln versteckt“, erklärt sie. Somit werden die biblischen Verse greifbarer und leichter verständlich gemacht. „Nicht zuletzt ist es eine humorvolle Sprache“, erklärt die Theologin. Die bisherige Rückmeldung zu den plattdeutschen Gottesdiensten sei sehr positiv gewesen. „Viele berichten, dass sie ganz neu hingehört hätten und einen anderen Zugang zu den Bibeltexten gefunden hätten, so die Theologin. Doch Zuhörer, die im Plattdeutschen nicht beheimatet sind, müssen keine Angst haben, denn bei Liedern, Lesungen und Gebeten werden sich beide Sprachen abwechseln.

Übertragung am Sonntag ab 10 Uhr auf NDR Info oder unter https://www.ndr.de/kirche/radiokirche/