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Bröckel Pastorin Anita Christians-Albrecht verlässt Bröckel
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16:44 02.12.2016
Gut sechs Jahre war Anita Christians-Albrecht Gemeindeseelsorgerin in Bröckel. Quelle: Joachim Gries
Bröckel

BRÖCKEL. Mit einem Festgottesdienst wird Christians-Albrecht nach ihrer gut sechsjährigen Tätigkeit in der Kirchengemeinde Bröckel am dritten Adventssonntag, 11. Dezember, um 15 Uhr offiziell verabschiedet, ein Empfang schließt sich an.

Christians-Albrecht stammt aus Ochtelbur bei Aurich, seit 1987 ist sie Pastorin, die Stelle in Bröckel stellte ihr die Landeskirche damals vor, am 19. September 2010 wurde sie in ihr Amt eingeführt. Eine halbe Stelle bekleidete sie hier, doch eigentlich war es genug Arbeit für eine ganze Stelle. Das wird deutlich, wenn sie aufzählt, was in der Gemeinde angepackt wurde. Ob Neujahrsgottesdienst am Spätnachmittag mit anschließendem Glühwein-Trinken, Tischabendmahl am Gründonnerstag, Lichterandacht mit Laternenumzug-Ausklang, die Einrichtung eines Regional-Gottesdienstes am Buß- und Bettag, der Aufbau der Kindergarten-Arbeit und vieles mehr, es gab zahlreiche Neuerungen. „Ich hatte viele Gestaltungsmöglichkeiten. „Alle Ideen konnte ich mit dem Kirchenvorstand besprechen und umsetzen“, sagt die 57-Jährige.

Die Umgestaltung des Friedhofs und die Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten habe viel Kraft gekostet, aber sei rundum gelungen. Auch von fremden Besuchern habe sie schön gehört: „So ein schöner Friedhof“. Als weitere Höhepunkte nennt sie die 800-Jahrfeier-Bröckels und den Besuch des ehemaligen Bremer Oberbürgermeisters Henning Scherf, der ein volles Haus beschert habe. Die Zusammenarbeit mit Menschen, die sich mit Leib und Seele für das Dorf eingesetzt haben, hat Spaß gemacht“, sagt die Pastorin. Als Persönlichkeiten nennt sie Schützenoberst Bernd Schäfer oder den langjährigen Bürgermeister Heinrich Behrens.

Die andere halbe Stelle war Christians-Albrecht Plattdeutsch-Beauftragte der Landeskirche, und das schon seit 15 Jahren. In dieser Funktion bot sie Gottesdienste im ganzen Land an, veranstaltete Tagungen, machte Schulungen, gab Bücher und Rundbriefe und veranstaltete Freizeiten mit Jugendlichen. „Plattdeutsch ist eine gute Sprache für die Verkündung“, sagt sie rückblickend. Die plattdeutschen Gottesdienste könne man verstehen, auch wenn man die Sprache nicht spreche. Unter den Jungen sei das aktive Sprechen nicht mehr sehr verbreitet, es fehle eine ganze Generation. Ein bischen Optimismus klingt an, wenn sie sagt: „Die plattdeutsche Sprache wurde schon vor 50 Jahren totgesagt, wir hoffen, dass sie erhalten bleibt.“ Die Pastorin bedauert, dass sie auch diesen Part aufgeben muss. Die halbe Stelle des Plattdeutsch-Beauftragten bleibt bestehen, nur einen Bewerber gibt es noch nicht.

„Ich habe lange überlegt, weil ich an Bröckel und dem Plattdeutsch hänge“, gesteht Christians-Albrecht. Nach 105 Taufen, vielen Trauungen, goldenen Hochzeiten und Beerdigungen hänge sie sehr an den Menschen in Bröckel. Doch jetzt, nachdem die drei Kinder aus dem Haus sind, wolle sie noch mal etwas Neues beginnen. Die vielen Erfahrungen, die sie in Bröckel gesammelt habe, könne sie gut in ihre neue Tätigkeit einbringen. „Ich werde die Gemeinde-Arbeit vermissen“, räumt die Pastorin ein.

Einen Nachfolger für Christans-Albrecht in Bröckel gibt es noch nicht. Die Vakanz-Vertretung übernimmt Pastor Michael Misgeiski-Wegner, der Plan für das kommende Vierteljahr steht, auch die Arbeit mit den Konfirmanden ist geregelt.

Von Joachim Gries