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Bröckel Verkleidete Gäste genießen historisches Frühstück in Bröckel
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16:57 16.07.2017
Bröckel

BRÖCKEL. Ein Festmahl unter freiem Himmel war Laskowski angesichts dunkler Wolken doch zu riskant. So verlagerte die Gesellschaft das Frühstück kurzerhand in den Alten Schankraum. Klassische Tafelmusik mit fröhlichen Violinen-, Cello- und Flötenklängen untermalte die festliche Stimmung.

Die Zutaten für das zünftige Frühstück steuerte jeder einzelne bei, sodass die großzügige, quadratische Holztafel reich bestückt war. Neben Brötchen, Salat, Tomaten, Butter und Käse stand auch ein Glas Nuss-Nougat-Creme auf dem Tisch – allerdings versteckt in einem Tongefäß. "Wir wollen ja den Schein wahren", sagte Antikhof-Betreiber Laskowski augenzwinkernd.

Gleiches galt für die Kostüme der Gäste: Alle hatten sich an dem Stil des Spätbarocks orientiert. Beispielsweise zierte der Dreispitz den Kopf einiger Männer, auch Christian von Osten trug diesen Hut mit nach oben gestülpter Krempe. "Nur geliehen", verriet der Bröckeler. Seinen blassgrünen Umhang hatte er hingegen bei einem Kostümverkauf erstanden.

"Das Verkleiden ist nicht mein Hobby", sagte von Osten, der mit seiner Lebensgefährtin gekommen war. Ihn habe vor allem das Essen in Gesellschaft gereizt: "Das Frühstück ist die schönste Mahlzeit des Tages." Wie in einem Rollenspiel oder gar gezwungen ging es an der Tafel nicht zu, im Gegenteil. "Wir nehmen das alle nicht so ernst", sagte von Osten. "Es passt, wie es kommt."

Im Jahr 2015 feierte Bröckel seinen 800. Geburtstag, aus diesem Anlass rief Laskowski damals das historische Frühstück ins Leben. "Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir es nun jedes Jahr veranstalten", erzählte der Bröckeler. Da die Häuser in Bröckel um das Jahr 1750 errichtet worden seien, sollte auch die Kleidung für das historische Frühstück diese Zeit widerspiegeln, erläuterte Laskowski.

Der Initiator trug am Sonntag ein weißes Hemd mit weit fallenden Ärmel, darüber eine schwarze Weste. Abgerundet wurde sein Outfit von einer ebenfalls schwarzen Kniebundhose und einem braunen Dreispitz. "Es ist nicht alles perfekt", sagte Laskowski selbstkritisch und deutete auf seine Lederschuhe. "Ich möchte mir noch Schnallenschuhe kaufen." Vielleicht klappt es im kommenden Jahr, schließlich müsse "man sich noch steigern können".

Einige Gäste waren "Wiederholungstäter", mit der Zeit perfektionierten sie ihre Verkleidung. Wer zum ersten Mal dabei und bei seinem Kostüm unsicher war, erhielt im Vorfeld von Laskowski Tipps. Auf Facebook hatte er Online-Shops, bei denen man Kleidung im Stil des Spätbarocks kaufen kann, verlinkt. "In den USA oder Großbritannien gibt es noch viel mehr Anbieter, da ist das weiter verbreitet", sagte Laskowski.

Internationales Flair versprühte der Texaner Bill Bogle. Er lebt mittlerweile in Bröckel und kam verkleidet als US-Präsident Thomas Jefferson, der 1743 geboren wurde. Sein Kleidungsstil passte, und so schaffte es sogar ein US-Präsident zum historischen Frühstück.

Von Amelie Thiemann