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Bröckel Werbung fürs Kircheninstrument
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Werbung fürs Kircheninstrument
07:34 27.03.2017
Quelle: Alex Sorokin
Bröckel

Das Celler Land gehört unzweifelhaft zu den Krisenregionen, jedoch finden sich hier Einzelinitiativen vielversprechender Art. So möchte die Gemeinde Nienhagen ihre bemerkens- und hörenswerte Orgel gut in Schuss halten, weshalb in Kürze eine beträchtliche Summe investiert werden soll. Und dann ist da mit Wietze und Wieckenberg eine Gemeinde, die anders als fast alle anderen Gemeinden der Region nicht nur ihre alte problematische Orgel durch eine gebrauchte, besser passende Orgel ersetzt hat, sondern zudem auch noch für die kleine Kapelle in Wieckenberg eine kleine, aber feine Orgel anschaffen will.

Zusätzlich ist noch bemerkenswert, dass in Celle mit Daniel Kunert ein Orgelenthusiast sitzt, der sich auf vielfältigste Art um Orgeln und das Konzertleben rund um Orgeln kümmert. So hat er dieser Tage einen Organisten für zwei Tage in den Landkreis geholt, der sich um die Popularisierung von Orgelmusik bemüht. Kein Wunder, dass sein Konzertkonzept „Die populäre Orgel“ heißt. Dietmar Korthals ist sein Name, ein Musiker aus Dortmund, der in Bröckel und Beedenbostel zwei Abende lang, seine eigens für dieses Projekt geschriebenen Stücke präsentierte.

Es erwies sich sehr schnell, dass Korthals die Popularisierung von Orgelmusik nicht durch eine Erneuerung der Konzertform, sondern durch eine für Orgelkonzerte ungewohnte Musik erreichen möchte. Er bearbeitet bekannte Choralmelodien im Stil unterschiedlicher populärer Musikrichtungen, vorzugsweise jazzig, manchmal auch rockig oder auch einmal musicallike, immer aber im Sinne eines Crossovers verschiedenster Genres oder Gattungen. So glaubt er, dass so überhaupt erst einmal wieder verstärkt der Fokus auf sein Instrument gerichtet wird. Und in der Tat: Das Publikum in Bröckel war offensichtlich nicht dasjenige, das regelmäßig in Orgelkonzerte geht. Und gerade deshalb war es besonders erfreulich, dass dieser Abend gut angenommen wurde. Da kann man nur hoffen, dass diese Konzerte verstärkte Aktivitäten in diesem Sektor und in anderen Gemeinden hervorruft.

Von Reinald Hanke