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Bröckel Wind erregt die Gemüter in Bröckel
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Wind erregt die Gemüter in Bröckel
18:44 08.04.2016
Die Einwohner befürchten, dass Bröckel durch weitere Windkraftanlagen unzumutbar eingekreist wird. Quelle: Joachim Gries
Bröckel

BRÖCKEL. "Ich bin der Meinung, dass wir keine Stellungnahme abgeben sollten", sagte Michael Pleick. Seine Befürchtung: Komme die F-Plan-Änderung nicht zustande, könnte "fremdgesteuert werden", wo künftig Windkraftanlagen stehen. Mit neun Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen die elf Ratsmitglieder - alle CDU -, dass die Kommune keine Stellungnahme abgibt.

Zuvor war eine knappe Stunde über das Planungsverfahren und über Windenergie diskutiert worden, gut 25 Bürger hatten die Einwohnerfragestunde dazu genutzt. Bürgermeister Heinrich Behrens hatte sie gewähren lassen, obwohl nicht nur Fragen gestellt wurden. Dabei wurde deutlich, dass der Diskussionsbedarf der Bürger groß ist.

"Ist der Rat Bröckel zuständig?", wollte ein Zuhörer von Gemeindedirektor Helfried H. Pohndorf wissen. Und der führte aus, dass der Rat zur F-Plan-Änderung nur eine Stellungnahme abgeben könne - wie jeder Bürger auch. Die Entscheidung über den F-Plan liege bei der Samtgemeinde. Und bei der Abwägung der Stellungnahmen dürfe nichts unter den Tisch fallen.

Pohndorf machte deutlich, dass an den Kriterien, mit denen das Planungsverfahren begonnen worden sei, bis zum Abschluss festgehalten werden müsse. "Wenn ich Bedingungen ändere, muss ich das Verfahren ganz von vorn beginnen." Und auf Nachfrage bestätigte er, dass das Kriterium "Einkreisung" bei den Überlegungen des Rates keine Rolle gespielt habe.

Auf die Frage, warum er sich nicht dagegen wehre, dass sein Dorf umzingelt werde, auch von Windkraftanlagen auf Flotwedeler Gebiet, anwortete Behrens, dass er sich im Bröckeler Rat enthalten werde und als Mitglied im Samtgemeinderat abstimmen werde. "Könnte der Rat beschließen, dass er gegen eine Einkreisung von Bröckel ist?", wollte Dagmar Mania-Machwitz von der Initiative "Bürger für Vernunft und Augenmaß bei der Windkraftplanung" wissen. "Der Rat kann alles beschließen", antwortete Pohndorf. Der Rat indes beschloss wenig später, sich nicht zum Flotwedeler F-Plan zu äußern.

"Erhebliche Bedenken" meldet die Gemeinde Bröckel aber in einer einstimmig beschlossenen Stellungnahme gegen die 19. F-Plan-Änderung der Gemeinde Uetze an. Die will ihre bestehenden Windvorranggebiete sowie die Höhenbegrenzung für Windkraftanlagen aufheben, unmittelbar vor Bröckels Toren. "Insbesondere ist nicht akzeptabel, dass die Abstände lediglich 800 Meter betragen sollen", heißt es in der von der Flotwedeler Verwaltung erarbeiteten Stellungnahme. Uetze wird darin vorgeschlagen, das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) der Region Hannover abzuwarten und dann seinen F-Plan zu ändern. Ansonsten würden in dieser "planlosen" Zeit Windkraftbetreibern Tür und Tor geöffnet. Erste Auswirkungen bekomme Bröckel gerade zu spüren, denn inzwischen sei der Bau von acht Windkraftanlagen beantragt.

Eine ebenfalls einstimmig beschlossene Stellungnahme zum neuen Entwurf des RROP der Region Hannover fordert, dass eine Fläche unmittelbar an der Kreisgrenze gestrichen wird, damit Windkraftanlagen 1000 Meter Abstand zu Bröckel einhalten.

Von Joachim Gries