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Bröckel Windparkpläne rund um die Gemeinde: Bröckeler Bürger wollen Dialog
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Windparkpläne rund um die Gemeinde: Bröckeler Bürger wollen Dialog
18:28 07.05.2014
Von Carsten Richter
Gefahr für Zug- und Brutvögel: Auch aus Naturschutzgründen haben viele Bröckeler derzeit Bedenken wegen des Baus neuer Windkraftanlagen. Werden die Pläne umgesetzt, wird es rund um die Gemeinde eng. Quelle: Patrick Pleul
Bröckel

BRÖCKEL. Um Bröckel wird es künftig eng: Das fürchten zumindest viele Bürger, wie bei einer Podiumsdiskussion des Grünen-Ortsverbandes Wathlingen-Flotwedel am Montagabend deutlich wurde. Im Flotwedel und den angrenzenden Kommunen gibt es Pläne für den Bau weiterer Windparks. Sollten alle Vorhaben realisiert werden, wäre Bröckel in einem Radius von 270 Grad von 71 Windrädern eingekreist. Aufgrund seiner geopolitischen Lage trifft es die Gemeinde besonders hart: Auch die Nachbargemeinden Wathlingen, Uetze und Meinersen schmieden entsprechende Pläne – von den Beschlüssen der Politiker fühlen sich viele Bürger übergangen. Rund 50 Bröckeler äußerten auf der Veranstaltung ihre Bedenken.

„Es nützt nichts später zu sagen, Hauptsache die Windräder wurden gebaut, wenn sie dann stillstehen“, meinte ein Bürger. „Vermutlich wird es künftig noch höhere Anlagen geben, um noch mehr Energie zu produzieren“, hieß es weiter aus dem Publikum. Im Kern geht es den Anwohnern aber um die Konzentration der Anlagen auf ihren Ort Bröckel.

„Es kann nicht sein, dass es eine einzige Gemeinde so hart trifft“, sagte Thorsten Müller, Grünen-Kandidat für die Samtgemeindebürgermeisterwahl. Eine weitere freie Sichtachse müsse hinzukommen. „Wir wollen vermeiden, dass Anlagen von Investoren gekauft und schnell weiterverkauft werden.“ Auf die dringende Frage von Bürgern, wieviele Räder konkret vor Ort gebaut würden, gab Müller keine Antwort, als möglichen Lösungsansatz setzte er sich jedoch für die Bildung eines Runden Tisches aus Projektentwicklern, Bürgern, Politik und Verwaltung ein.

„Eine rechtzeitige Bürgerbeteiligung wäre besser gewesen“, meinte Jan Bonorden, Vorstandsmitglied im Bundesverband Windenergie. Immerhin böten neue Anlagen auch eine „enorme Chance“, die bestehende Infrastruktur zu erhalten oder weiter auszubauen. Niedrigere als die bestehenden 200 Meter hohen Anlagen seien „Unsinn“, so Bonorden, sie seien lauter und verbräuchten mehr Energie. Sein Standpunkt: weniger, aber effektivere Anlagen bauen. Auflagen wie ein größerer Mindestabstand zwischen Windparks und die Rücksicht auf Lande- und Brutplätze bestimmter Vogelarten seien möglich.

Einen sorgsamen Umgang mit dem Lebensraum vor Ort, das wünscht sich auch Dagmar Mania-Machwitz von der Politik. Die engagierte Bürgerin hatte nicht nur eine Stellungnahme gegen die geplanten Windparks – im Anhang 200 Unterschriften von Anwohnern – an die Samtgemeinde geschickt, sondern sich auch erst kürzlich an die Landesregierung gewandt. Als Vertreterin aller Bröckeler nahm sie auf dem Podium Platz: „Wir fordern unsere Politiker auf, mit den beteiligten Planern und Entscheidungsträgern der umliegenden Gemeinden in einen Dialog zu treten“, so Mania-Machwitz. „Windkraft ja, aber nur so viel wie nötig.“