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Eicklingen Alle Flotwedeler Windkraftflächen weiter im Rennen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Alle Flotwedeler Windkraftflächen weiter im Rennen
18:30 24.06.2016
Eicklingen

Ein Antrag der LUB, die Teilflächen 6-1 und 6-2, die für Bröckel eine Entlastung im Westen bedeutet hätten, zu streichen, wurde mit vier Nein-Stimmen bei drei Ja-Stimmen abgelehnt. Der von Heinz Schrader (SPD) gestellte Antrag, die Teilflächen 6-1 und 6-2 sowie 8-1 im Südosten Bröckels zu streichen, wurde mit vier Nein-Stimmen bei zwei Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt.

Ein weiterer Antrag von Kowalski-Miemert, Einwendungen aus der Auslegung des Entwurfs und damit Änderungen bei der Begründung genauer unter die Lupe zu nehmen, wurde von den anderen Ausschuss-Mitgliedern abgelehnt. Die Grünen-Politikerin nahm daraufhin aus Protest an den weiteren Abstimmungen nicht teil. Während die aus den öffentlichen Auslegungen eingegangenen Anregungen mit sechs Stimmen beschlossen wurden, gab es für den Planentwurf einschließlich Begründung und Umweltbericht fünf Stimmen bei einer Enthaltung und für den Feststellungsbeschluss vier Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen.

Die F-Plan-Änderung war einziger Tagesordnungspunkt. Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Pickel hatte beschließen lassen, dazu auch die Öffentlichkeit herzustellen, damit die rund 40 Zuhörer Fragen stellen konnten. Und die machten davon über eine Stunde lang Gebrauch.

In vielen Punkten ging es um Grundsätzliches. So erläuterte Planer Michael Keller noch einmal, dass die sogenannten harten Kriterien, die die Nutzung von Flächen für Windkraft ausschließen, auf gesetzlichen Vorgaben sowie auf der Rechtsprechung beruhen. Weiche Kriterien, die darüber hinaus Berücksichtigung finden, müssten im gesamten F-Plan-Gebiet einheitlich angewandt werden. Eine simple Verschiebung von Windkraftflächen aus dem stärker belasteten Süden der Kommune in den Norden könne es deshalb nicht geben. Keller betonte: „Die Abwägung ist Sache des Rates der Samtgemeinde.“

Er habe den Eindruck, dass der Samtgemeinderat überhaupt nicht wisse, was er mit seiner Entscheidung für diese und die kommende Generation zu verantworten habe, sagte Zuhörer Dierk Hollo, der für die Grünen im Rat der Gemeinde Langlingen sitzt. Neben den vorhandenen 13 Windkraftanlagen seien auf relativ kleiner Fläche weitere 27 Anlagen geplant, sagte er und nannte als Stichworte Infraschall und Schattenwurf.

Ob es zu Beeinträchtigungen durch Infraschall oder Schlagschatten komme, ob Vogelzug zeitweises Abschalten der Anlagen notwendig mache, ob überhaupt Stromtrassen zur Abnahme der produzierten Energie vorhanden seien, das alles sei nicht Gegenstand der F-Plan-Änderung, betonte der Planer. Die Antragsteller müssten sich hierüber im Genehmigungsverfahren mit den Behörden auseinandersetzen.

Beschlossen ist die F-Plan-Änderung mit der Empfehlung des Ausschusses noch nicht, der Verwaltungsauschuss und abschließend der Samtgemeinderat werden sich mit dem Thema befassen. „Sie haben jetzt sechs bis acht Wochen Zeit, damit sich das jeder genau anschauen kann“, gab Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf Ausschussmitgliedern, die ja auch Ratsmitglieder sind, mit auf den Weg. Nach der Sommerpause und noch vor der Kommunalwahl im September soll der alte Rat das endgültige Votum abgeben. Der Landkreis Celle, der selbst am Regionalen Raumordnungsprogramm mit der Ausweisung von Windkraftflächen arbeitet, hat dann das Ergebnis zu prüfen, bevor es veröffentlicht wird.

Von Joachim Gries